04-05-10
Gymnasium Schwarzenbek: Kleine Ursache – große Wirkung
Schwarzenbek (no) – »Gut, dass das neue Gymnasium in öffentlich-privater Partnerschaft ÖPP errichtet wurde und wir jetzt Mieter und nicht Eigentümer sind«, betont Josefin Francke, SPD-Stadtverordnete. Genau zwei Jahre nach der feierlichen Eröffnung ist ein großer Bauschaden offensichtlich geworden, dessen Ausmaß der Betreiber Müller-Altvatter Gebäudemanagement noch nicht benennen kann.
Nach dem ungestümen Fußtritt eines Schülers, durch den ein Loch in einer der Gipskarton-Wände entstand, fiel dem Hausmeister Feuchtigkeit in Wanddämmung und Estrich auf. Beim genaueren Hinsehen entpuppten sich T-Stücke als undicht, die die im Estrich verlegten Rohre mit dem Heizkörper verbinden. Die Wände zeigten bereits Stockflecken, sodass vier Räume vom Schulträger, der Stadt Schwarzenbek, gesperrt wurden. »Wir haben in allen Räumen die Luftfeuchtigkeit gemessen und gehen davon aus, dass keine weiteren Räume betroffen sind«, erklärt ein Mitarbeiter der Müller-Altvatter Gebäudemanagement GmbH, die gemeinsam mit Kind Gebäudemanagement GmbH für den Betrieb der Mensa, den Hausmeisterservice, die Pflege der Außenanlagen sowie für Reinigung und Reparaturen des Gebäudes verantwortlich sind.
»Die genaue Ursache ist noch nicht bekannt, aber alle notwendigen Sofortmaßnahmen sind eingeleitet«, heißt es weiter vonseiten Müller-Altvatter Gebäudemanagement, das zurzeit keine weiteren öffentlichen Kommentare gibt. Bürgermeister Frank Ruppert hat das Unternehmen aufgefordert, in einem Schreiben an die Elternvertreter die Schäden und alle eingeleiteten Maßnahmen zu erläutern.
Außerdem hat der Schulträger von sich aus das Gesundheitsamt als unabhängige Instanz eingeschaltet, mit dem gemeinsam Reinhard Schmüser vom Schwarzenbeker Bauamt die Räumlichkeit des neuen Gymnasiums besichtigt hat. »Ob noch mehr T-Stücke betroffen sind und ob es sich um einen Materialfehler handelt, ist noch nicht geklärt«, erklärt Schmüser. »In keinem Fall kommen auf die Stadt als Mieter Kosten der Instandsetzung zu«, betont auch der Sonderausschussvorsitzende Hans-Joachim Delfs (CDU). »Das Gebäudemanagement muss sich um die Fehlerbeseitigung kümmern und uns nach Vertragsablauf in 25 Jahren ein intaktes und gepflegtes Schulgebäude übergeben.«
Ob im Gegenteil Mietkürzungen aufgrund der eingeschränkten Nutzung der Schulräume möglich sind, lässt Bürgermeister Frank Ruppert noch offen.