17-11-09
Kaum Kritik am Krisenmanagement
Schwarzenbek (no) – »Jeck, we can« – ausgerechnet am 11.11. – Karnevalsbeginn in der rheinischen Heimat des Schwarzenbeker Bürgermeister Frank Ruppert – hatte der Bürgerverein zur Diskussion um die Haushaltslage der Stadt eingeladen.
Mit »Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?«, dem bekannten Karnevalsschlager, eröffnete Ruppert seinen Überblick über die Entwicklung der Schwarzenbeker Kassenlage, die vor allen Dingen durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise in eine noch Mitte 2008 unvorstellbare Schieflage geraten sei. Anders nach dem zweiten Weltkrieg oder der Wiedervereinigung sei die aktuelle Krise mit keinem positiven Bewusstsein verbunden, darum würde sie ausschließlich als negativ empfunden.
»Für mich stellt sie eine Herausforderung dar, mit der wir kreativ umgehen müssen, dann werden wir gestärkt daraus hervorgehen«, so Ruppert. Beispiel dafür sei das zunehmende Engagement von Firmen und Bürgern zum Erhalt von bisher städtischen Leistungen, wie das Sponsoring des Neujahrsempfangs 2010.
»Da wird viel Solidarität und Engagement für unsere Stadt sichtbar.« Seit längerem stehen Gespräche zur Kooperation der Stadt Schwarzenbek und des Amtes Schwarzenbek-Land auf der Tagesordnung. Jetzt erhalten sie neuen Auftrieb, denn »wofür brauchen wir zwei Standesämter, zwei Einwohnermeldeämter in Schwarzenbek?« Durch die Landtagswahlen am 27. September sind 26 Parlamentarier zusätzlich in den Landtag eingezogen mit monatlichen Kosten von jeweils 8.200 Euro.
»Die Liste des Innenministeriums mit 106 Verbesserungsvorschlägen für die Kommunen im Lande werden in Schwarzenbek alle durchdekliniert in einer Zeit von Blut, Schweiß und Tränen.« Überraschend zurückhaltend waren die wenigen Nachfragen der Zuhörer. Offensichtlich hatte Ruppert mit seinem Einblick in das Welt- und Tagesgeschehen alle offenen Punkte angesprochen.