11-01-10
Schwarzenbek rüstet ab: Waffen vor Amnestieende abgegeben
Schwarzenbek (cw) - Ein ansehnliches Waffenarsenal liegt der Schwarzenbeker Polizei derzeit vor. Allerdings ist kein Waffenlager ausgehoben worden, sondern die Waffen sind das Ergebnis einer Abgabeamnestie, die zum Jahresende auslief. Bis zum 31. Dezember konnten Besitzer illegaler Waffen diese der Polizei übergeben und so straffrei ausgehen. »Besonders im November und Dezember vor Ablauf der Frist wurden uns zahlreiche Waffen übergeben«, so Dienststellenleiter Ernst Jenner, der seit November die Schwarzenbeker Kollegen führt, äußerst zufrieden. »Es kann nur als erfreulich gewertet werden, wenn diese Waffen nicht mehr Dritten zugänglich und so vom Markt sind«, erläutert er.
Die Amnestie ist Teil des verschärften Waffengesetzes, das im Nachgang des Amoklaufes in Winnenden im vergangenen März beschlossen wurde. Bei dem Amoklauf eines 17-Jährigen starben 15 Personen an Pistolen- und Gewehrschüssen aus Waffen, die der Täter aus einem nicht ordentlich gesicherten Waffenschrank seines Vaters entwendet hatte.
»Nun werden die in Schwarzenbek abgegebenen scharfen Waffen dem Landeskriminalamt in Kiel übergeben«, so der dafür verantwortliche Polizeihauptmeister Michael Backes. »Das LKA prüft erst einmal, ob aus den Waffen geschossen wurde und ob sie einer Straftat zugeordnet werden können. Wenn das nicht der Fall ist, werden sie der Vernichtung zugeführt«.
Wer die Chance zur Abgabe von illegalen Waffen nicht genutzt hat, muss künftig mit einem Strafbefehl rechnen, der durchaus mehr als 1.000 Euro kosten kann, wenn er derartige Waffen illegal besitzt.
Unter den in Schwarzenbek abgegebenen Waffen waren 16 sogenannte Langwaffen, mehrere Kurzwaffen, darunter eine scharfe 9-Millimeter-Pistole sowie zahlreiche Schreckschusspistolen. Neben zahlreicher Munition wurden auch zwei sogenannte Butterfly-Messer abgegeben, die nach der Verschärfung des Waffengesetztes ebenfalls verboten sind.