23-10-09
Brückentheater im Bauausschuss
Schwarzenbek (no) – Sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die in die Jahre gekommene Brücke »Im Strange« über die ehemalige Bahnverbindung nach Bad Oldesloe wurden in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses deutlich. Während ein TÜV-Bericht starken Rost an den tragenden Teilen feststellte und der Brücke ihre Verkehrssicherheit absprach, (außerdem würden bereits Birken aus dem Mauerwerk wachsen, beschrieb Bauamtsmitarbeiter Reinhard Cordes den derzeitigen Brückenzustand anschaulich), sahen einige Mitglieder des Bauausschusses den Handlungsbedarf völlig anders.
»Ich kann das ganze Theater nicht nachvollziehen«, meinte hingegen Jürgen Heitmann (FWS). »Da sind vor Kurzem noch Müll- und Ölfahrzeuge drüber gefahren und jetzt soll die Brücke marode sein? Die steht auch in zehn Jahren noch und das Geländer ist so gut wie vor 100 Jahren.« Die Brücke sei sicher für Fußgänger und Radfahrer und »andere fahren da ohnehin nicht drüber«, so Heitmann.
Um einen verkehrssicheren Zustand der Brücke wiederherzustellen, seien 80.000 Euro notwendig, Abrisskosten lägen bei 30.000 Euro, für eine Sperrung sind lediglich 2.500 Euro einzusetzen, hatte Reinhard Cordes im Bauamt ermittelt. »In der jetzigen Situation der Stadt müssen wir die kostengünstigste Lösung finden«, betonte Sigrid Binder (SPD) und schlug vor, den Brückenzugang zu sperren.
Auch die Denkmalschutzbehörde sieht es für ausreichend an, wenn die Brücke als Kulturgut für die Nachwelt im jetzigen Zustand erhalten wird und eine Absperrung mittels eines Erdwalls die Überquerung unterbindet.
Gebraucht wird die alte Brücke ohnehin nicht mehr, seit direkt daneben eine neue Brücke für die Erschließung des Wohnparks Sachsenwald vom Investor, der Kreissparkasse, errichtet wurde. Ist diese bislang nur auf einer Seite mit einem Fuß- und Radweg ausgestattet, hatte die Kreissparkasse angeboten, bei einer Schließung der alten Brücke einen weiteren Fuß- und Radweg auf der neuen Brücke anzulegen.
Schließlich einigte sich der Bauausschuss unter Leitung von Nils Hilger (SPD) auf die Schließung der alten Brücke mittels Erdwall und Dornengebüsch, um ein Überqueren zu unterbinden, und auf die fußläufige Anbindung der neuen Brücke mit beidseitiger Nutzung für Fußgänger und Radfahrer.