17-03-10
Der Anfang ist gemacht
Schwarzenbek (no) – »Herzlich willkommen. Schön, dass Ihr da seid«, begrüßte Gleichstellungsbeauftragte Petra Michalski 15 Jugendliche im Tanzsaal des Jugendtreffs. Sie waren die Mutigen, die sich zum ersten Casting hierher getraut hatten. Manche waren alleine gekommen, andere mit Freundin oder Schwester, denn sie wussten alle nicht genau, was auf sie zukommt, wenn sie sich um einen Platz im Black Town Stage Project BTSP Nummer 1 bewerben. Und dann war es doch nicht so wie bei Dieter Bohlen – es sollte nur das erste Kennenlernen der Tanzpädagogen und Actiontrainer sein. Aussortiert wurde niemand. »Beschreibe eine Wut, eine Ungerechtigkeit oder einen Plan, den Du hast, möglichst in einem Satz«: Das war die Aufgabe, der sich die jungen Menschen stellen sollten, um dann darüber ins Gespräch zu kommen, den Satz laut in den Raum zu schreien. Und das war es dann, konnte Sidney, 14 Jahre, beruhigt feststellen, als er alles nach wenigen Minuten hinter sich hatte. Vor der Tür warteten Lukas, Carolin, Laura Sophie und Eyleen, alle Schüler der siebten Klasse an der Grund- und Hauptschule Nordost, auf ihren Einsatz. »Ich singe und tanze gerne und habe früher in einer Schulband mitgespielt, darum bin ich heute hier«, erzählt Carolin, 12. Auch die anderen Mädchen haben schon Theater gespielt oder machen Musik, darum wollen sie beim ersten Tanz- und Theaterprojekt in Schwarzenbek mitmachen. Eyleen findet die Themen wie Liebe, Gewalt wichtig und möchte sich ihnen mit Tanz und Theater inhaltlich nähern. Lukas sieht sich in der Rolle des Türstehers, aber vielleicht denkt er in der Projektwoche vom 12. bis 18. April noch um. Nicht alle waren aus eigenem Antrieb zu dem Kennenlernen gekommen. Im Rahmen seiner Präventivarbeit hatte Andreas Appel, Mitorganisator und Jugendbeauftragter der Schwarzenbeker Polizei, einige von ihnen auf die eine ganz besondere Ferienwoche im April hingewiesen. »Sie waren als Täter oder Opfer bei mir und können in dem Projekt lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen oder sich in die Rolle des Opfers hineinzuversetzen«, hofft Andreas Appel auf Unterstützung für seine Arbeit.
Einige Plätze sind noch zu vergeben. Interessenten können sich bei Petra Michalski über den nächsten Castingtermin informieren: 01577–57 644 57 oder 04151–881106.