19-01-10
Wie sicher ist Schwarzenbek?
Schwarzenbek (cw) - Eigentlich ist es ein heikles Thema, aber der in der vergangenen Woche beim Ortsverband des Bundes der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen eingeladene Referent zum Thema konnte seine Zuhörer förmlich in Sicherheit wiegen: In Schwarzenbek ist es im Vergleich zu früheren Jahren eindeutig sicherer geworden, so Polizeihauptkommissar Ernst Jenner, seit vergangenem November Chef der Schwarzenbeker Polizei. Vom Vereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Casemir noch scherzhaft als »Polizeipräsident von Schwarzenbek« vorgestellt, konnte Jenner anhand der Statistik der vergangenen Jahre im Rahmen eines Lichtbildvortrages belegen, dass in den meisten Kriminalitätsbereichen die Straftaten zurückgehen, ein Trend, der außer in Geesthacht auch im restlichen Südkreis zu verzeichnen ist.
Die derzeit 28 Beamte der Schwarzenbeker Polizeidienststelle seien aber nicht nur für Schwarzenbek zuständig, sondern auch für die umliegenden 27 Gemeinden und insgesamt 35.000 Einwohner, so der 52-Jährige, der zu Ausbildungszeiten seinen Dienst in Schwarzenbek anfing und über Stationen in Trittau, Geesthacht und Ratzeburg nun wieder zur Europastadt zurückgefunden hat.
Eine flächendeckende Präsenz durch seine Beamten sei zwar nicht immer möglich, aber man bemühe sich, alles zu verfolgen und nehme auch alle Anzeigen auf, wobei die Aufklärungsquote immerhin bei durchschnittlich 44 Prozent liegt.
Dass das Sicherheitsgefühl gerade bei älteren Mitbürgern dennoch nicht immer ausgeprägt ist und gerade in bestimmten Bereichen der Stadt, wie beispielsweise dem Bahnhofsbereich, kritisch gesehen wird, bestätigten die Zuhörer. Jenner belegte aber auch hier, dass die Statistik zeige, dass Ältere beispielsweise eher selten Opfer von Körperverletzungen seien. Täter sind vor allem Jüngere, die auch gegen Jüngere vorgehen. Allerdings sieht der in Siebeneichen wohnende Familienvater, der selbst zwei Töchter hat, die zunehmende Respektlosigkeit vor allem jüngerer Krimineller als Problem. »Es gibt zunehmend Widerstandshandlungen gegenüber Polizeibeamten. Das ist wirklich besorgniserregend. Viele Jugendliche haben heute leider keinen Respekt mehr«, sagte er.
Anschließend warnte er die rund 40 Zuhörer trotzdem noch eindringlich vor typischen Straftaten, die im Hamburger Umland häufig zu verzeichnen sind, wie die irischen Asphalt-Beton-Betrüger, die handwerklich mangelhafte Asphaltarbeiten offerieren oder andere Trickbetrüger, die sich an der Haustür den Eintritt zu Wohnungen und Häusern erschwindeln, so mit dem bekannten Enkel- oder Wasserbitten-Trick. »Also immer vorsichtig sein«, warnte er zum Abschluss seines Vortrages.