14-12-09
FDP Ortsverein Schwarzenbek: Wie sicher ist Schwarzenbek?
Schwarzenbek (no) – Der Vorsitzende des FDP-Ortsvereins, Holger Kempter, hatte zum Infoabend über die Sicherheitslage in Schwarzenbek eingeladen. Der neue Leiter der Schwarzenbeker Polizei, Ernst Jenner, verwies in seiner Einführung auf Statistiken, die für Schwarzenbek einen Rückgang der Straftaten aufzeigen. Während 1.884 Delikte in 2006 zu Buche stehen, sind es in 2008 noch 1.469, in 2009 bis Ende September 1.050 und damit 70 weniger als im Vorjahreszeitraum.
»Besonders Sachbeschädigungen wie am Schwarzenbeker Bahnhof sprechen das subjektive Sicherheitsbefinden an«, weiß Polizeichef Jenner, dass statistische Werte wenig über die vom Bürger empfundene Sicherheit aussagen. Denn auch die Sachbeschädigungen gehen von 372 (davon 56 Graffiti) in 2007 auf aktuell 167 (davon 17 neue Graffiti) zurück. Umgehend Wandmalereien zu entfernen, wie es am Schwarzenbeker Bahnhof zurzeit gehandhabt wird, ist das beste Mittel, um auch das subjektive Wohlgefühl der Bürger zu stärken, empfiehlt Andreas Appel, Graffiti-Experte der Schwarzenbeker Polizei. Sonst fühlt sich der Täter bestärkt, »die Tat hat sich gelohnt«. Sicher fühlen können sich die Schwarzenbeker bei den Konzerten unter der Brücke: »Das sind alles friedliche und freundliche Veranstaltungen«, betont Hans-Georg Langhammer, in Schwarzenbeks Polizei Ansprechpartner für Jugendliche und ihre Eltern. Das »Vorglühen« oder »Trinken aus dem Kofferraum« sei seit dem verhängten Alkoholverbot nicht mehr üblich und der Sicherheitsdienst sehr aufmerksam.
Langhammer vertritt die Polizei im Schwarzenbeker »Netzwerk gegen Gewalt«, das sich durch die Zusammenarbeit aller mit Jugendlichen befassten Organisationen in der Prävention von Straftaten bewährt hat. »Die Kinder werden nicht als Kriminelle geboren. Wir müssen auch auf die Eltern einwirken, dass sie in der Erziehung gestärkt werden und auf ihre Kinder Einfluss nehmen«, nennt Langhammer eine wichtige Aufgabestellung. Er sprach sich für eine deutliche Benennung (»Abziehen ist kein Kavaliersdelikt, sondern schwerer Raub«) und umgehendes Anzeigen von Straftaten aus.
Die drei Polizeivertreter betonten, dass Überwachungskameras keine Straftat verhindern, aber die Täterermittlung erleichtern würden. Am Bahnhof könne dieses (wie schon am Gymnasium) zu Erfolgen führen, aber laut Petra Scheerer vom Ordnungsamt ist die Videoinstallation auf dem Bahngelände Sache der Eigentümerin Bahn, »die es zurzeit nicht plant«.
Mittels mehr Polizeipräsenz durch (Fuß-)Streifen will Polizeichef Jenner das subjektive Sicherheitsgefühl verbessern. »Niemand muss sich in Schwarzenbeks Straßen fürchten. Ich bin seit den neunziger Jahren in Schwarzenbek im Dienst und kann die Fälle an einer Hand abzählen, in denen Unbeteiligte angegriffen wurden«, betont Langhammer.
»Es geht also keine Spur der Verwüstung durch Schwarzenbek«, resümierte Holger Kempter am Ende einer aufschlussreichen Veranstaltung, »sondern die Straftaten in Schwarzenbek gehen zurück.«