14-08-07
Ein Netzwerk sozialer Dienste
40 Jahre Schwesternstation
Die Schwesternstation Aumühle-Wohltorf feierte am ersten Sonntag im Juli ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Empfang im Wohltorfer Gemeindehaus. In ihrer heutigen Form besteht sie seit der Gründung am 19. Juni 1967, aber die Geschichte der sozialen Dienste in der Gemeinde reicht weit zurück bis in den Beginn des 20. Jahrhunderts.
Dr. Gerd Bargon, Vorstandsmitglied von 1988 bis 2004, erinnerte in seiner Ansprache an die Anfänge der Pflege und Betreuung älterer Bürger in den Sachsenwaldgemeinden. »Bereits 1911 gab es die Gemeindeschwester Helene«, so Bargon. Zu ihren Aufgaben gehörte die Versorgung und Pflege alter und kranker Bürger, für die der Besuch der Schwester oft die einzige Abwechslung am Tag war. »Das ist heute für viele immer noch so«, erklärte Bargon, der seit einiger Zeit selbst als Patient die Angebote der Schwesternstation zu schätzen weiß. Zu den Angeboten der Station gehören die Grundpflege, allgemeine Pflege und auch Privatpflege. Darüber hinaus werden viele weitere Leistungen vermittelt.
»Besonders freut mich, dass hier nicht die Stoppuhr regiert, sondern beim täglichen Pflegebesuch genug Zeit für eine kleine Plauderei ist«, betonte Bargon. Und dies sei in Zeiten knapper Mittel keine Selbstverständlichkeit, oft wären für die Pflegebesuche nur einige Minuten Zeit. »Wir müssen uns bewusst machen, dass die Schwesternstation notwendig ist, aber auch ein Luxus, der viel Geld kostet«, erklärte Aumühles Bürgermeister Dieter Giese in seiner Rede.
Wichtig für die Arbeit des 20-köpfigen Teams unter der Leitung von Bettina Raddatz-Schütt ist das gut funktionierende Netzwerk zwischen den Gemeinden Aumühle und Wohltorf, den Patienten und den Ärzten vor Ort. »Im Pflegebereich gibt es viel Konkurrenz«, so Giese, der betonte, dass beide Gemeinden großen Wert auf den Erhalt der Schwesternstation legen. Wohltorf ist zwar Mitglied im Verein, Aumühle aber seit Jahren der »Hauptsponsor«, wie Giese erklärte. Die Beteiligten hoffen, dass sich dieses Missverhältnis, was
die Finanzierung der Schwesternstation betrifft, in Zukunft ändern wird.
Hannelore Hellbusch, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der Schwesternstation, wurde von Bürgermeister Dieter Giese für ihr mehr als 25-jähriges ehrenamtliches Engagement in der Schwesternstation ausgezeichnet.