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07-03-08

Wut und Empörung bei Bürgern und Politikern

 


Kahle Flächen, matschige Wege - die Lohe nach der Fällaktion. Foto: Stephanie Rutke

Seit Wochen hören Anwohner und Spaziergänger auf der Lohe die Sägen der Baumfäller kreischen. Auf dem 240 Hektar großen ehemaligen Truppenübungsplatz sind einer großangelegten Baumfällaktion jede Menge alter Eichen und anderer Bäume zum Opfer gefallen. Anwohner und Besucher sind entsetzt, wie sich »ihre« Lohe innerhalb kurzer Zeit in ein Schlachtfeld verwandelt hat. Viele Wege sind kaum noch begehbar, wo sonst Bäume standen, ist der Blick auf weite Strecken jetzt frei. Und überall liegen Äste und Gestrüpp.

Auf Einladung von Susanne Itzerott, (FDP), kam Ende Februar die Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan zu einem Ortstermin auf die Lohe. »Ich habe den Eindruck, dass hier viel Holz geerntet wurde, mit dem die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der die Fläche gehört, offensichtlich viel Geld verdienen will«, erklärte die Politikerin.

Zehn Jahre lang hat die Bundesanstalt versucht, die Fläche zu verkaufen. Ein Angebot der drei angrenzenden Gemeinden, die die Lohe gerne als Naherholungsgebiet erwerben wollten, wurde abgelehnt – die angebotene Kaufsumme war zu gering. »Ich könnte mir vorstellen, dass die Lohe nach der Fällaktion als schützenswerte Fläche ins Programm 'Nationales Naturerbe' aufgenommen werden soll«, so Happach-Kasan. »Diese Fällmaßnahme ist über das Ziel hinausgeschossen«, erklärte sie verärgert, denn jetzt sei der Charakter der Lohe zum Teil verloren. Sie ärgert sich besonders, dass zum einen eine »Nationale Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt« von der Bundesregierung verabschiedet wurde, und mit der Lohe jetzt genau eine derartige Fläche abgeholzt wurde. »Wenn der Bund so vorgeht, kann kein Verständnis bei Bürgern erzielt werden.«

Happach-Kasan will jetzt ihr Fragerecht als Bundestagsabgeordnete in Anspruch nehmen und Fragen an die Bundesregierung stellen. »Ich kritisiere nicht, dass hier gefällt wurde, sondern dass die drei Gemeinden vorher nicht darauf hingewiesen wurden«, erklärt die Politikerin. Auch Wohltorfs Bürgermeister Rolf Birkner zeigt sich verärgert über das Vorgehen auf der Lohe. In einem Fernsehbeitrag des NDR erklärte er, dass die Gemeinde per einstweiliger Verfügung versucht hatte, die Fällarbeiten zu stoppen – leider erfolglos.



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