14-04-10
Wir sind Europa
Reinbek/ Straßburg (jns) – Europa steht für Einheit in Vielfalt, Demokratie und Solidarität. Europa ist die wahrscheinlich multikulturellste Wertegemeinschaft der Welt, und Europa ist vor allem eines: spannend. Einmal einen Einblick in das demokratische Basislager der Europäischen Union gewinnen, einmal selbst den Sitz von einem der 736 Abgeordneten aus einem der 27 Mitgliedsstaaten einnehmen, das ist nicht gerade eine alltägliche Gelegenheit. Jetzt fuhren 25 Reinbeker Gymnasiasten gemeinsam mit Erdkunde- und Französischlehrer Hans-Jürgen Otto nach Straßburg, um am Donnerstag, dem Tag ihrer Ankunft und dem letzten Sitzungstag der Woche, Auszüge aus einer Menschenrechtsdebatte im Plenarsaal von den Zuschauerrängen aus zu beobachten und um am Freitag dann selbst die Plätze der Parlamentarier einzunehmen. Die 25 Schülerinnen und Schüler hatten sich, wie auch die anderen Länderdelegationen, zuvor auf die verschiedenen Ausschüsse aufgeteilt und arbeiteten nach der Eröffnungszeremonie, an der alle von den etwa 550 Schülern aus ganz Europa teilnahmen, in jenen an Themen wie Dynamik und Zukunft der Europäischen Union oder dem europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialem Ausschluss. In letzterem Ausschuss wurde einer der Reinbeker Schüler durch die übrigen Abgeordneten sogar zum Berichterstatter gewählt, der zusammen mit dem Präsidenten des Ausschusses die Ergebnisse nach der zweistündigen Zusammenarbeit in englischer Sprache vor dem gesamten Plenum vortragen musste. Was die Schüler auf jeden Fall üben konnten, waren die EU-Amtssprachen. Zwar gab es im Plenarsaal einen professionellen Dolmetscherdienst, der aus den Kabinen heraus die Redebeiträge über die mehr als 700 Kopfhörer simultan übersetzte, allerdings waren alle Teilnehmer dazu angehalten, sich nicht ihrer jeweiligen Muttersprachen zu bedienen. Französisch und Englisch waren den Tag über die gängigsten Sprachen. Die vielsprachigen, Europa bezogenen Fragebögen des Eurogames allerdings, einem Quiz im Rahmenprogramm der Veranstaltung, konnten nur mit international aufgestellten Teams und guter Kooperation erfolgreich beantwortet werden. Nick Nietner von der Sachsenwaldschule schaffte es mit seinem Team nicht nur in die Endrunde, in der sich die Finalisten dann einem Live-Quiz stellen mussten, sondern brillierte auch in letzterem. Als sogenannter Eurostar brachte er einen Pokal mit aus Straßburg.
Bis zum Sonntag der Abreise hatte die Reisegruppe dann noch die Gelegenheit, sich mit dem geschichtsträchtigen Parlamentssitz Straßburg vertraut zu machen. Und so war unabhängig von dem, was genau nun jeder einzelne Teilnehmer für sich besonders in Erinnerung behalten wird, die Reise nach Straßburg für alle 25 Teilnehmer mit Sicherheit eine eindrucksvolle und lohnende Exkursion ins Herz dieses Europas, das nur mit dem politischen Interesse seiner Bürger als solches weiter bestehen und gedeihen kann. Dieses Interesse auch bei der jungen Generation zu wecken, ist neben der Völkerverständigung sicherlich auch ein Ziel von Euroscola. Und so lässt sich nicht leugnen: Mit dieser Aktion hat die EU ihr Ziel definitiv erreicht.