29-03-07
Amphibien-Leitanlagen in Grambek
Grambek (ik) – Mensch und Natur, eigentlich gehören sie zusammen, doch wenn die Technik noch dazukommt, ist es oftmals ein schwieriges Miteinander. Wald, Wasser, Kröten – Straße und Autos. Das kann nicht gutgehen. Unzählige Kröten wurde bei ihrer jährlichen Wanderung über die Straße überfahren.
Besonders tragisch: Es werden meist jeweils zwei Kröten überfahren, da die Männchen sich auf dem Rücken ihrer Weibchen zum Laichgewässer tragen lassen. Naturschützer greifen oft zum (zeitaufwändigen, arbeitsintensiven) aber einfachen Mittel: Krötenschutzzäune. Diese müssen mehrmals täglich kontrolliert werden, um die Amphibien auf die andere Straßenseite zu tragen.
Doch es geht auch anders: Die Gemeinde Grambek stellte jetzt die zwei auf ihrem Gemeindegebiet neu errichteten Amphibien- und Kleintier-Leitanlagen Bürgern und der interessierten Fachöffentlichkeit vor. Durch die Veranstaltung führten Grambeks Bürgermeister Ernst Knigge, Bodo Koch und Günther Teichmann vom Kreis Herzogtum Lauenburg, sowie Hans-H. Stamer als beauftragter Fachplaner für beide Leitanlagen.
Im Jahr 2006 hat der Kreis Herzogtum Lauenburg in der K 68 eine Leitanlage mit fünf Rampentunneln bei einer Straßen-Schutzlänge von über 700 Metern und die Gemeinde Grambek in der GIK 44 in drei Teilabschnitten eine Leitanlage mit insgesamt dreizehn Rampentunneln bei einer Straßen-Schutzlänge von über 800 Metern errichtet.
Die Gesamtbaukosten von über 400.000 Euro haben der Kreis und die Gemeinde aus Ausgleichszahlungen, Förder- und Eigenmittel aufgebracht. Eine 60-prozentige Mindesteffizienz der Leitanlagen in den Querungsbereichen ist durch den Planer Hans-Heinrich Stamer zugesichert, die erwartete Querungseffizienz beträgt 90 Prozent. Damit stellen die Grambeker Leitanlagen in den wesentlichen Bereichen den derzeitigen Stand der Technik im Amphibienschutz an Straßen dar. Die vor Ort tätigen Amphibiengruppen werden Funktion und Effizienz untersuchen.