13-11-09
Rotary bekämpft Polio
Mölln (bp) - Selbstlos dienen hat sich der Rotary Club Herzogtum Lauenburg Mölln schon seit 40 Jahren auf die Fahne geschrieben. Grund genug, dieses Jubiläum zu feiern. Mit den Tochterclubs Geesthacht, Hohes Elbufer und Ratzeburg, Alte Salzstraße wurde kürzlich zu einer Benefiz-Veranstaltung geladen, die mit Vorträgen und Musik im Augustinum in Mölln begangen wurde.
Seit dreißig Jahren bekämpft Rotary International den Polio Virus, der Dank umfassender Impfungen (Kosten von etwa 67 Milliarden Euro) in Europa und Amerika verschwunden ist. Insgesamt konnten weltweit große Erfolge erzielt werden, lediglich in vier Ländern (Indien, Nigeria, Pakistan und Afghanistan) grassiert der gefürchtete Virus noch.
Deshalb haben sich die drei Lauenburger Clubs dem bundesweiten Aktionstag »Kampf gegen Kinderlähmung« angeschlossen, um gezielt Spenden für Impfstoffe (50 Cent pro Impfampulle) gegen den Polio-Virus zu sammeln.
Ernst du Maire, Präsident des Jubiläumsclubs, führte in seiner Eröffnungsrede des Benefiz-Abends aus: »Kein Projekt ist so weitreichend, so ambitioniert und für die gesamte Menschheit so bedeutend wie Polio Plus.«
Hans Joachim Landzettel, seit 50 Jahren Kinderarzt in Darmstadt und Träger des Bundesverdienstkreuzes, bedankte sich an diesem Abend bei den Rotariern für die großartige Unterstützung bei der Bekämpfung des Poliovirus. Auch er hat dieser schrecklichen Erkrankung den Kampf angesagt. Eine Welt ohne Kinderlähmung sei eine große Herausforderung, aber gemeinsam schaffe man es, führte Dr. Landzettel weiter aus.
Er wies noch einmal darauf hin, dass die Impfimmunität mit den Jahren nachlässt. Deshalb müsse man ständig Vorsorge treffen, um eine erneute Epidemie zu vermeiden. Eva-Maria Goldt-Klimkeit, Sprecherin der Selbsthilfegruppe »Menschen mit Kinderlähmung«, berichtete als Selbstbetroffene. Sie könne nur immer wieder betonen, wie wichtig die Impfung sei und erläuterte den Verlauf der Krankheit. Poliomyelitis ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die die Vorderhornzellen im Rückenmark zerstört. Jeder der daran erkrankt, erleidet auch eine Enzephlitis (Gehirnentzündung). Der Erfahrungsaustausch unter Betroffenen, sich mit der jetzigen Lebenssituation auseinanderzusetzen sowie die Stärkung der Eigenkompetenz, steht bei der Post-Polio-Syndrom-Selbsthilfegruppe im Vordergrund.
Der Rotary Club braucht die Unterstützung der Öffentlichkeit. Deshalb hier eine kurze Vita des Clubs. Sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene führen weltweit 33.135 Rotary Clubs soziale wie auch Bildungs-Projekte durch. In Chicago wurde 1905 der erste Serviceclub der Welt von 23 Mitgliedern (nur Männer) gegründet. 1927 wurde dann in Hamburg der erste deutsche Club ins Leben gerufen.
Seit 1978 sind auch Frauen in den Rotary Clubs zugelassen, jedoch gibt es leider bei uns im Kreis noch keine Rotarierin. Die Mitglieder, allein in Deutschland sind es 49.000, haben sich zur Aufgabe gemacht, dort zu helfen, wo andere Hilfe nicht zur Verfügung steht. In der 104-jährigen Geschichte von Rotary konnte so schon vielen Menschen geholfen werden.
In diesem Jahr beteiligten sich die drei Clubs aus unserem Kreis beispielsweise an zwei Projekten: Zum einem an der Förderung der Lesefähigkeit an Grundschulen, bei dem jeder Drittklässler im Kreis ein pädagogisch wertvolles Buch geschenkt bekam, und an dem internationalen Hauptprojekt Polio Plus.
Die gesamten Erlöse dieses Abend fließen in das Projekt. Ebenso die Gage der Big Band »BBC«, des Möllner Gymnasiums, die den Abend musikalisch begleiteten.