05-03-09
»Nazis raus aus Mölln«
Mölln (vd) – Das Möllner Netzwerk gegen Rechts hatte die Möllner Bürger zu einer Demonstration gegen eine geplante Veranstaltung der regionalen Neonazigruppierung »Nationale Offensive Lauenburg« aufgerufen. Diese hatte ursprünglich beabsichtigt, am Rosenmontag eine öffentliche Kundgebung zum Gedenken an Horst Wessel zu veranstalten, diese aber dann nach eigenem Bekunden kurzfristig verschoben (Horst Wessel war der Texter des Kampfliedes der NSDAP und ihrer Schlägerhorden). Geplant war auch ein Fackelzug durch die Möllner Innenstadt.
Stattdessen fanden sich nun auf dem Platz des Bauhofes Möllner Bürger jeden Alters zusammen, Vertreter der Stadt, der Bürgerschaft, der Parteien, der Kirchen, der Gewerkschaften, der türkischen Gemeinde sowie Vertreter von Vereinen. Begleitet wurde die Veranstaltung, die bei nahezu frostigen Temperaturen stattfand, von der örtlichen Sambagruppe »Sambalegria«, die den politischen Protest unterstützt und den Anwesenden mit schnellen Rhythmen ordentlich »einheizte«.
Mark Sauer, der Mitinitiator der Veranstaltung und Geschäftsführer des Vereins Miteinander leben, stellte in seiner kurzen Ansprache klar: »… dass wir in Mölln keine Bühne für rechtsextremistische Parolen und Aufmärsche sein wollen und werden.« Er betonte: »Mölln ist eine gastfreundliche und offene Stadt.« Dazu passe gerade in dieser Zeit auch die Sambamusik. Die Gruppe »Sambalegria« tritt regelmäßig beim Möllner Folksfest der internationalen Begegnung auf. Mark Sauer erteilte eine klare Absage an alle, die Hass gegen Andersdenkende schüren und rief zur fortwährenden Wachsamkeit gegen Rechtsextremismus auf.
Die etwa 150 Möllner Bürger, die hier zusammengekommen waren, blieben noch eine Weile im Gespräch beieinander, während die Sambagruppe weiter ihre Rhythmen intonierte.