09-05-07
Unvollkommenheit und Begrenztheit überwinden...
Mölln (br) – Fast 40 Jahre Versorgung von Mehrfach-Schwerstbehinderten am idyllischen Stadtrand ist mit Mölln so eng verbunden wie kaum eine andere Einrichtung in dem Kurort. Freunde und Förderer haben sich in diesen langen Jahren stets um die Therapie- und Fördermöglichkeiten gekümmert, deren Finanzierung zu einem nicht unerheblichen Teil von dem 1968 durch Schwester Maria von de Berg gegründeten Verein Don Bosco-Haus für das behinderte Kind getragen wird.
Mit den bundesweit ständig mehr eingekürzten staatlichen Mitteln kommt das Haus schon lange nicht mehr aus und freut sich demzufolge besonders über Spenden und Zuwendungen aus anderen Bereichen. Apotheker Bernd-Ulrich Flemmig, selbst Mitglied im Verein, hat sich daher am Jahresanfang etwas ausgedacht, um der Einrichtung Geld zukommen zu lassen. Er hat die Anzahl der für seine Treuekunden bestellten Jahreskalender mit Mölln-Erinnerungen erhöht und den Überschuss zum Preis von drei Euro in der Stadt- und Till-Apotheke angeboten. Interessenten konnten in einem eigens dafür aufgestellten überdimensionalen Glaskolben den entsprechenden Obolus einwerfen, aus dem nun die stolze Summe von 1.007,12 Euro hervorkam. Sie wurde Heimleiter Harry Harms und der Vereinsvorsitzenden Petra Arends kürzlich übergeben, kann aber immer noch aufgestockt werden, denn in beiden Apotheken sind weiterhin Kalender-Restbestände vorhanden.
Das Geld werde uneingeschränkt den 165 Bewohnern zugute kommen, versicherte Harms. Ganz besondere Unterstützung wird derzeit für den Ausbau im Bereich Autismus benötigt. Für die hier therapiebedürftigen Betroffenen wird jetzt ein eigener Wohnbereich durch einen Neubau geschaffen, der bis Jahresende fertig gestellt sein soll. Damit ist das Don Bosco-Haus einzigartig in Norddeutschland und verfügt dann über eine Vielzahl von individuell abgestimmten Förderungshilfen, die das eigens für autistisch und ähnlich kommunikationsgestörte Kinder entwickelte TEACCH (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children)-Programm benötigt. Hierdurch soll erreicht werden, die Betroffenen in die Gemeinschaft zu integrieren und ihnen zu ermöglichen, mit ihrer Umwelt Kontakt aufzunehmen.
Ähnliche Ziele verfolgt das Haus bereits seit seiner Gründung bei Menschen mit mehrfachen Schwerstbehinderungen. 240 Mitarbeiter bemühen sich im Sinne des Namensgebers und der vor drei Jahren verstorbenen Schwester von de Berg rund um die Uhr darum, den Bewohnern der sechs Wohnhäuser ein würdevolles Leben und ihren Bedürfnissen entsprechende Perspektiven zu geben. Die Zusammensetzung der einzelnen Wohngruppen ist familien-ähnlich, und gegenseitiges Lernen steht im Vordergrund. Das 6,5 Hektar große waldreiche Areal bietet zudem viele Freiräume für Außenaktivitäten wie Hippotherapie und Wanderungen sowie einen Sinnespark, der gerade durch ehrenamtlich Tätige und 1-Euro-Jobber hergerichtet wird.
Dieses umfangreiche heilpädagogische Therapie- und Förderangebot, das gezielt die Möglichkeiten jedes Einzelnen berücksichtigt, wird nicht vollständig durch die Pflegesätze abgedeckt, sodass eine Unterstützung durch den Verein und weitere Spenden unumgänglich ist. »Wir sind ein reiner Zweckbetrieb«, so Heimleiter Harms, »unsere Mitarbeiter identifizieren sich mit den Bewohnern und bemühen sich, sie so glücklich wie möglich hier leben zu lassen.«
Für dieses Ziel lohnt sich jeder Einsatz und kann mit einer Spende auf das Konto Nr. 1401200 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 25120510, unterstützt werden.