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28-02-07

Im Möllner Wildpark auf Safari

 


"Wipfelstürmer" Eichhörnchen

Kleine Besucher schrabseln schon mal Möhrchen für die Hasen am Draht.

Große Wildschweine - kleine Wildschweine

Im Sommer lassen sich dieDamhirsche gut beobachten.

Der Waschbär ist eigentlich ein Amerikaner, der sich erst in den vierziger Jahren in Deutschland ausbreitete.

Mölln (ik) – Eigentlich ist er zu jeder Jahreszeit schön: Der Möllner Wildpark. Wer ein bisschen Natur und Wetter so ziemlich jeglicher Art mag, wird merken, dass es in diesem zwanzig Hektar großen Naturpark ganz viel zu entdecken gibt. Hier sind Tiere zu sehen, die im Kreis Herzogtum Lauenburg ihre Heimat haben, die man in der freien Natur aber nur selten zu Gesicht bekommt. Wer den Wildpark gar nicht kennt, sollte unbedingt mittwochs die kostenlose(!) Führung mit Wildparkleiter Lutz Wilde mitmachen. Die Tour sollte einem allerdings schon eine kleine Spende wert sein. Die (W)wilde »Safari« beginnt stets am Eingang Birkenweg. Dort trifft man zuerst »Jacob«, den handzahmen, sprechenden Raben – Liebling der meisten Besucher – vielleicht liegt's am »tschüs«, mit dem er die Gäste verabschiedet. Weiter geht es am Fledermaushaus vorbei zu..., ja, wo soll man eigentlich anfangen, bei über einhundert Tierarten, bei denen die Fische (zwölf Arten) und Bienen, die im Winter ihre Ruhe haben wollen, nicht eingerechnet sind?

 Da wären die Greife, Bussarde, Eulen, der Uhu mit seinen großen Augen, die einen immer misstrauisch und zugleich warnend anblicken, die verschlafenen Frettchen, der putzige Waschbär mit seiner »Panzerknacker-Brille« und natürlich das Damwildgehege mit neun Hektar Fläche. Hier leben auch die Rehe. Zutraulich sind sie, haben aber nicht jeden Tag Lust auf Besuch. Verständlich. Manchmal ziehen sie sich eben zurück und wollen ihre Ruhe. Gönnen wir’s ihnen, es gibt ja noch mehr zu sehen. Die Wildschweine beispielsweise. Laut quiekend und grunzend kommen sie angefegt – immer in der Hoffnung auf etwas Fressbares. Kein Problem, am Kiosk kann man sich mit artgerechtem Wildfutter eindecken, und dann hat man was anzubieten. Die Ziegen, viele verschiedene, sind die Lieblinge der Kinder. Nah am großen, sauberen Spielplatz untergebracht, sind sie beinahe integriert in den Spielplatz. Nebenan haben die kleinen Nager wie Meerschweinchen und Hasen ihr Domizil. Klar, dass sie sich über Besuchermangel, gerade von den lieben Kleinen nicht beklagen können.

Interessant ist auch der sagenumwogene »Grundlose Kolk« mit reichhaltiger Flora und Fauna. Der tiefe Talkessel wurde am Ende der letzten Eiszeit durch abschmelzende Gletscher ausgespült oder »ausgekolkt«. Heute sind hier Eidechsen, Frösche, Libellen und Pflanzen wie Sonnentau, Moosbeere oder Sumpfporst zu entdecken. Natürlich nicht im Winter, aber es wird ja auch mal wieder Frühling und dann sprüht es dort vor Leben nur so. Ein bisschen ruhiger geht es im Findlingsgarten zu. Steine, Steine, Steine. Wer hat die hier bloß abgelegt? Vor Tausenden von Jahren kamen diese dicken Brocken mit den Gletschern der Eiszeit aus Skandinavien. Natürlich nicht in den Wildpark, aber in den Kreis Herzogtum Lauenburg. Der größte Findling wiegt stolze 44 Tonnen. Wilde weiß so ziemlich alles über diese Steine. Welche Wege sie zu welchen Zeiten nahmen und wie alt sie sind. Aber auch die Bäume, 250 Jahre alte Buchen und hundertjährige Tannen mit mächtig dicken Stämmen sind zu sehen – und wenn man Glück hat, turnt auch mal ein kleines Eichhörnchen durchs Geäst und lässt sich beobachten.

Der Wildpark ist eine Einrichtung der Stadt Mölln und wird auch von ihr unterhalten. Viele ehrenamtliche Helfer stehen zusätzlich mit Rat und Tat zur Seite. Als Teil des anerkannten Naturerlebnisraumes ´Wald-Landschaft Möllner Seen ist der Wildpark eine zertifizierte Einrichtung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Schätzungsweise 60.000 Besucher, von Einheimischen über Touristen und auch Menschen aus den nahen Städten wie Hamburg und Lübeck kommen jährlich in den Möllner Wildpark. Mit etwa fünfzig Führungen im Jahr und achtzig für Gruppen und Kindergärten oder Schulen (kostenpflichtig und Anmeldung) ist Lutz Wilde ein gefragter Mann im Wildpark. Naturkundliche Führungen finden mittwochs ab 14.30 Uhr statt – für Gruppen auch zu anderen Zeiten nach Absprache unter den Telefonnummern 04542 / 80 31 61 oder 0171 / 369 32 69.



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