abstandshalter abstandshalter Kurt Viebranz Verlag - gut aufgelegt seit 1961
abstandshalter
Kopfgrafik eins abstandshalter Kopfgrafik zwei abstandshalter Kopfgrafik drei
abstandshalter
abstandshalter
13-10-08

Familientreffen Müthel

 


Familienforscher Otto Müthel hat die Chronik, die bis ins Jahr 1760 zurückreicht, zum Familientreffen mitgebracht. Foto: Inga Kronfeld

Hornbek (ik) – Es gehört schon eine Menge Energie dazu, seine Familie so zu »durchforschen«, wie Otto Müthel aus Mölln es macht. Unendlich viel Zeit, Arbeit, Briefe und Telefongespräche wendet Müthel auf, um den Stammbaum der Familie zu vervollständigen. Ein Großprojekt. Ein weiteres Großprojekt ist auch das jährliche Familientreffen, das Müthel ausrichtet. Der erste Familientag fand 1933 in Lauenburg mit vierzig Personen statt. In den Jahren 1935 bis 1947 fielen aufgrund des Krieges und der schlechten Jahre danach die Treffen aus. Ab 1948 gab es dann in jedem Jahr wieder ein Treffen. 1982 war die bisher größte Zusammenkunft mit über einhundert Familienmitgliedern. Von Anfang an ist über jeden Familientag ein Protokoll erstellt worden. »...bei Tisch sagte Onkel Jochen ein kurzes Begrüßungswort und eröffnete...« Nur in den sechziger Jahren hat man für kurze Zeit, aus welchen Gründen auch immer, auf die Protokolle verzichtet.

In diesem Jahr fand sich die Familie mit achtzig Personen in Hornbek zusammen. Warum Hornbek? Das ist der Ort allen Ursprungs, denn dort auf dem Müthelhof und später in der »Müthel-Kate« (die noch immer im Familienbesitz ist), hat Otto Müthels Familie ihren Ursprung. Von den Teilnehmern aus dem Jahre 1933 leben heute noch acht Personen und sechs von ihnen waren auf dem diesjährigen Treffen dabei. Eine Zusammenkunft, die nicht nur aus Kaffeetrinken besteht, sondern auch der Vervollständigung des Familienstammbaumes dient, denn die Familienmitglieder bringen Urkunden, Bilder und Neuigkeiten mit und erhalten die neueste Ausgabe der Familienchronik.

In jedem Jahr wird der Stammbaum um Geburten, Hochzeiten oder auch anhand neu gefundener, alter Urkunden in der Tiefe ergänzt. Seit 29 Jahren widmet sich Otto Müthel der Familienforschung und hat bis jetzt 428 Personen auf dem Stammbaum eintragen können. Penibel genau, denn jedes Familienmitglied hat seine eigene Stammnummer. Einen regelgerechten Zahlencode hat Müthel dafür entwickelt, aus dem ganz genau zu erkennen ist, welcher Name welcher Linie zugehörig ist, ob ledig, verheiratet und mit wem, oder wer ohne Trauschein zusammenlebt.

Müthel geht mit der Zeit, denn in Zeiten der Patchworkfamilien ist das notwendig. Der Stammbaum beginnt in Hornbek mit Jochen Müthel, geboren 1832. Die Chronik geht zurück bis ins Jahr 1760. Doch eine Gemeinsamkeit mit der berühmten Möllner Organistenfamilie um Gottfried Müthel, der in Mölln das Licht der Welt erblickte und später nach Riga ging, wo auch sein Bruder lebte, ist noch nicht gefunden worden. Irgendwo wird es sie geben, doch urkundlich belegt ist darüber bis jetzt noch nichts. Aber einen zarten Hinweis hat Otto Müthel schon bekommen, denn in den neunziger Jahren entstand ein Kontakt zu einer gewissen Edith Müthel aus Sankt Petersburg. Eine Nachfahrin von Gottfried Müthel – auch sie hat einen Familienstammbaum, der sich allerdings über Russland und Finnland erstreckt... es gibt somit noch viel zu forschen für Otto Müthel. Doch eines wird Müthel nicht mehr machen: die Familientreffen ausrichten. Einladungen schreiben, einen geeigneten Treffpunkt aussuchen, die Vorbereitungen... All das ist inzwischen zu viel für den pensionierten Postbeamten und seine Frau geworden. Nachfolger? Fehlanzeige. Traurig sagt Otto Müthels Frau Gisela: »Die jungen Leute haben kaum Interesse daran.« Eigentlich schade, doch vielleicht findet sich ja noch ein Müthel für das nächste Familientreffen.



abstandshalter

RSS FEED

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dem Viebranz RSS Feed.

abstandshalter