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28-12-07

Interview mit Detlev Romey

 


Detlef Romey (der auch liebend gerne ein Drehbuch zu den Till-Eulenspiegel-Festspielen schreiben würde) und Hausgenosse »Sir Peter«. Foto: Inga Kronfeld

Mölln (ik) – In der Edition Nove, ist ein neuer Till erschienen: »Ein närrischer Tod, Till Eulenspiegel.« Keiner aus den Historien von Hermann Bote. Kein Till in der Manier von Erich Kästner, sondern eine erfrischend freie Neuerzählung um Till Eulenspiegels Ende in Mölln und die endgültige Antwort auf die Frage, warum Tills Geist noch immer unter uns weilt! Geschrieben von dem Möllner Detlef Romey. Zum Inhalt: Stirbt Till Eulenspiegel in Mölln? Wird man um ihn trauern? Die ganze Stadt ist im Ausnahmezustand während der Beerdigung dieses Narren, denn er muss unermesslich reich gewesen sein. Doch schließlich kommt es anders und das Mittelalter erlebt im kleinen Mölln eine Beerdigungsfeier von ungeheurem Ausmaß. Die ganze Stadt steht Kopf und Till selbst stirbt so ganz anders, als es die Pfaffen von St. Nikolai predigen... Die Buchpremieren-Lesung findet am 24. Januar um 19.30 Uhr im Stadthauptmannshof statt. Wir haben Detlef Romey vorab zu einem Interview besucht.

Herr Romey, Sie haben ein Buch über Till Eulenspiegel geschrieben, gibt es nicht schon genug zu diesem Thema?

Romey: »Nein! Weil ich denke, dass es was Neues ist – nämlich, was passiert, wenn der Narr sich narrt?«

Was ist an diesem Buch anders?

Romey: »Dass man anschließend weiß, warum der Geist Tills auch heute noch durch Mölln schwebt und in mancher Person steckt – manchmal erkennt man den Till.«

Warum haben Sie es geschrieben?

Romey: »Weil ich Lokalpatriot bin, eben aus der Geschichte heraus, dass ich mit den Eulenspiegeleien angefangen habe und mich mein ganzes Leben mit Till beschäftigt habe. Erst die Festspiele 1997, in denen ich den Bürgermeister gespielt habe, dann 1998 die Till-Preis-Verleihung – da lag es nahe, dass ich mich mit dieser Figur doch irgendwie verbunden fühle. Vielleicht weil ich selbst den Schalk im Nacken habe. Wenn es die Reinkarnation gebe, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass ich es sein könnte.« (lacht).

Sieht man einiges mit anderen Augen nach dem Buch?

Romey: »Dass der Tod nicht so schlimm ist, wie man es sich vorstellt. Dadurch, dass ich dem Tod einmal von der Schippe gesprungen bin, weiß ich, wenn man in dieser Situation ist, ist es nicht wirklich schlimm. Ich mache ja auch meine Scherze damit, es ist ja auch ein bisschen makaber, aber das Sterben ist weit weniger schlimm. Es gehört nämlich auch zum Leben. Es zeigt einmal wieder mehr den Spiegel. Es ist die Habgier und Heuchelei noch genauso da.«

Was planen Sie als nächstes?

Romey: »Ich arbeite an einem Buch über die Befreiungskriege 1813 und über die Zukunft bis 2013.«

Was wünschen Sie den Menschen für 2008?

Romey: »Dass sie lernen, die Welt humorvoller zu betrachten und wachsamer bleiben gegenüber allem und der Politik. Dass sie sich nicht so sehr in ihrer Freiheit zu leben, einschränken lassen. Freiheit ist das höchste Gut, dass wir haben, die Freiheit, des Denkens und des Lebens. Wenn wir uns die nicht erhalten, dann weiß ich nicht...«

 



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