01-02-08
Rudern bis der Arzt kommt - oder die Goldmedaille
Mölln (ik) – Seit Anja Blödow durch eine Freundin 1989 mit elf Jahren zum Rudersport gekommen ist, war es um sie geschehen: Vollkommen begeistert von dieser Sportart hat sie das Rudern fest im Griff gehabt und rudert seitdem wie eine Weltmeisterin und nun ist sie eine – beinahe jedenfalls.
Im September fuhr Blödow mit ihrem Team zur FISA World rowing regatta nach Zagreb (Kroatien) und startete im mitgebrachten Achter – für diese Tour waren sie zwei Tage mit Auto und Bootsanhänger unterwegs – für einen Hamburger Ruderclub.
Die FISA World rowing regatta ist eine Weltmeisterschaft im Masterrudern, das heißt ab 27 Jahren und älter. Tausend Meter pflügte Blödow mit ihren Ruderkameradinnen durch die Kroatischen Fluten, dann stand fest: Platz eins – Goldmedaille. Oder, wie Blödow sagt: »Goldfarben«. Doch so einfach fällt einem dieser Erfolg nicht in die Ruderhände. Hartes Training steht davor. Den ganzen Sommer hatte Blödow auf diese Regatta trainiert und im Jahr 2007 über 1.400 Kilometer auf dem Wasser zurückgelegt.
Die erste Regatta ruderte die Sportlerin 1990 erst acht später zog sie sich aus dem aktiven Leistungssport zurück. Trotzdem rudert Blödow noch viermal in der Woche über Möllner Gewässer, je nachdem wie das Wetter ist. Im Winter wird in der Halle auf dem Ergometer trainiert und gejoggt. Doch »auf dem Wasser ist es ganz was anderes«, so Blödow, die sich im Möllner Ruderclub um die Ruderkinder kümmert und ihnen beibringt, wie man rudert – bis zum großen Erfolg.