22-06-09
Ein Großer Bahnhof
Büchen (peh) – Unter prominenter Anteilnahme ging erstmals am 15. Juni ein zusätzlicher Nahverkehrszug von Büchen nach Hamburg auf die Strecke. Im Beisein der Bürgermeister aus Büchen und Schwarzenbek, Uwe Möller und Frank Ruppert, sowie Büchens Amtsvorsteher Martin Voß ließ es sich selbst Landrat Gerd Krämer nicht nehmen, »Hein Büchen« auf seiner »Jungfernfahrt« persönlich die Ehre zu erweisen.
»Ich freue mich, dass es nach langen und schwierigen Gesprächen möglich war, den Pendlern aus unserem Kreis dieses zusätzliche Angebot zu unterbreiten«, erklärte der Landrat unmittelbar vor der Abfahrt des Zuges. Dabei war es dem 35-jährigen Lokführer Guido Leuchtmann vorbehalten, den Zug mit einer 143er E-Lok pünktlich zum Hamburger Hauptbahnhof zu befördern, nachdem die Berufspendler zuvor am Bahnhof zur Feier des Tages nicht nur mit zahlreichen Informationen, sondern auch mit Kaffee und Brötchen durch Auszubildende der Büchener Verwaltung versorgt wurden.
Mit der neuen Verbindung, die täglich 7.31 Uhr in Büchen startet, über Müssen und Schwarzenbek verläuft und im Gegenzug 18.53 Uhr (montags bis donnerstags) sowie 16.59 Uhr (freitags) ab Hamburg-Hauptbahnhof zurückfährt, sollen die im Schüler- und Berufspendelverkehr hoffnungslos überfüllten Regionalexpresszüge entlastet werden. Aufgrund der Streichung zahlreicher Regionalbahnen hatte sich in der Region Protest geregt, der nun offenbar in Kiel erhört wurde. »Für unsere Schülerinnen und Schüler des Europa-Gymnasiums aus dem Amtsbereich Büchen konnte zudem ja bereits ein zusätzlicher Zug um 15.12 Uhr ab Schwarzenbek eingerichtet werden«, wie Schwarzenbeks Bürgermeister Frank Ruppert berichtete, der sich gemeinsam mit seinem Büchener Amtskollegen für die Unterstützung der Aktion »Wir haben Kreuz« bei den Bürgern bedankte.
»Das Besondere ist, dass erstmals ein schneller Zug nach Hamburg in Büchen startet, sodass für die Berufspendler aus dem Amtsgebiet genügend Sitzplätze zur Verfügung stehen dürften«, zeigte sich auch Uwe Möller sichtlich erleichtert, zumal die Verbindung auch nach dem Fahrplanwechsel im Dezember zur Verfügung stehen soll. Dann werden übrigens auch moderne Doppelstockwagen anstelle der einfachen Bahnwagen zum Einsatz kommen.
Darüber hinaus werden die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 die alleinige Finanzierung des zusätzlichen Zugpaares übernehmen, wie Michael Birgel, Fachdienstleiter für Regionalentwicklung des Kreises Herzogtum Lauenburg, bestätigte.
»Erstmals haben wir einen Zug als kommunale Familie mitbestellt, sodass der Kreis, die Stadt Schwarzenbek und das Amt Büchen für eine Anschubfinanzierung mit herangezogen wurden. Damit haben wir kurzfristig einen komplett leeren Zug für die Region auf die Beine gestellt, der nur der Anfang eines stetig sich verbessernden Nahverkehrsangebots sein soll«, erläuterte Michael Birgel, der zudem mit Beginn des neuen Schuljahrs ein wesentlich attraktiveres Bus-Angebot verspricht. Beim Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs arbeiten derzeit die Kreisverwaltung und die Kommunen des Südkreises eng zusammen, um den Busverkehr bestmöglich mit den Zugabfahrtszeiten zu vernetzen, wobei die Busfahrpläne außerdem an die geänderten Schulzeiten angepasst werden sollen.
»Zielrichtung ist eine optimierte Schülerbeförderung, die insbesondere die Belange des ländlichen Raums berücksichtigen wird. Die Stadt Schwarzenbek und die Gemeinde Büchen werden als Schulstandorte Achsenendpunkte von zahlreichen Buslinien sein«, berichtete abschließend Büchens Bürgermeister Uwe Möller.