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18-06-10

Chaos in der City Lauenburgs und künftig Tempo 30

 


Umleitungen und lange Autoschlangen beherrschen derzeit das Straßenbild in Lauenburg.Foto: Gabriele Kasdorff

Lauenburg (gak) – Momentan geht in Lauenburg auf der Bundesstraße 5 nichts mehr. Staus, lange Wartezeiten und irritierte Autofahrer sind an der Tagesordnung. Die Einbahnstraßenregelung verwirrt Autofahrer und verärgert die Geschäftsleute. Markus Böcker vom Edeka-Markt: »Das ist eine Katastrophe hoch zehn! Wir haben etwa 15 Prozent Umsatzeinbußen, weil die Kunden unseren Parkplatz trotz Ausschilderung nicht finden.« Ein Passant: »Das ist unglaublich, als Lauenburger kennt man ja alle Schleichwege, aber die sind auch dicht.« Die Folge: einige fahren ungehemmt in falscher Richtung durch den Schmiedeweg und andere Einbahnstraßen.


Erforderlich wurde die Straßenbaumaßnahme, weil tiefe Spurrinnen auf der B 5 Berliner Straße seit Jahren eine zunehmende Gefahr, insbesondere für Zweiradfahrer, darstellten. Christian Fengler vom Bauamt Lauenburg: »Ende Juni werden wir planmäßig mit den Arbeiten fertig sein. Eine Behinderung für das Schützenfest vom 3. bis 5. Juli wird es nicht geben.«

 
Zwischen Heideweg und Europakreisel, einer Länge von 1,3 Kilometern, werden 13.000 Quadratmeter mit 2.600 Tonnen Asphalt gedeckt. Etwa fünf Personen sorgen für die Verkehrsregelung, dreiunddreißig Mitarbeiter der Firma Matthäi decken die Straße neu. »Den Leistungsumfang von 500.000 Euro trägt das Land Schleswig-Holstein, die Stadt Lauenburg wird an den Kosten nicht beteiligt«, erläutert Fengler. Er betont: »Danach wird es für die Anwohner leiser durch den neuen Belag und sicherer für Fußgänger sowie Zweiradfahrer.« In den nächsten sieben Tagen werden etwa 100 Kontrollschächte der Kanalisation freigesetzt und auf Höhe gebracht, am 25. und 26. Juni die Asphaltdeckschicht aufgebracht, anschließend die Markierungen.

 
Bürgermeister Harald Heuer freut sich, dass die Tempo-30- Schilder stehen bleiben werden. Aufgrund einer Studie zur Fahrradsicherheit in der Innenstadt Lauenburgs wurde eine Geschwindigkeitsbeschränkung von der Verkehrsaufsicht in Ratzeburg vorgeschlagen. »Den Vorschlag haben wir dankend angenommen, auch wegen des LKW-Verkehrs«, schmunzelt der Bürgermeister. Vom Heideweg bis zum Europakreisel wird auf 1,3 Kilometern Tempo 30 vorgeschrieben. Harald Heuer: »Das wird am Anfang für alle sicherlich anstrengend.« Stete Kontrollen sind vorgesehen, sodass Raser mit empfindlichen Strafen rechnen müssen. »Das spricht sich möglicherweise herum und die LKWs meiden die Anfahrt von Lauenburg, wenn es nicht erforderlich ist«, hofft er.


Die Sprecherin des Bürgeraktionsbündnis 'Lauenburg‧ ‧reicht´s', Ulrike Köller, sagt dazu: »Das Argument von Herrn Heuer, die Mautpreller könnten bei Tempoverstößen so stärker zur Kasse gebeten werden und ihnen drohe sogar der Führerscheinverlust, fruchtet doch nur, wenn regelmäßig und dauerhaft Kontrollen durchgeführt werden, wofür weder Geld noch Personal da ist. Das Ganze ist doch ein Witz. Jeder weiß inzwischen, dass die Fahrer sehr gut technisch ausgerüstet sind und sich zudem gegenseitig vor Blitzern warnen.« Die Forderung des BAB lautet nach wie vor: Durchfahrverbot mit Umkehrpflicht für LKW ab 7,5 Tonnen, ausgenommen heimische Spediteure und Anlieferer.
Ein Zeitplan für die Beschilderung des Durchfahrverbotes vor den Toren der Stadt sollte vom Innenministerium am 16. Juni, so Bürgermeister Harald Heuer, bekannt gegeben werden. Reinhard Nieberg, Leiter des Amtes für Planen und Bauen in Lauenburg, sagte auf Nachfrage am 17. Juni: »Von mir kriegen Sie den Zeitplan nicht. Ich habe ihn aber auch noch nicht.« Die Pressestelle des Innenministeriums war nicht erreichbar.



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