25-04-09
Weniger Busverkehr auf dem Lande?
Schwarzenbek (no) – Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) steht immer wieder im Mittelpunkt des Interesses – wie oft fährt die Bahn, ist sie pünktlich, gibt es Sitzplätze für alle zahlenden Fahrgäste? Wie steht es um die Busverbindungen? Nicht nur für Schüler und Pendler am Morgen, Mittag oder Abend, sondern auch für die Senioren, die zum Arzt, Einkauf oder Besuch bei Enkelkindern oder Freunden starten wollen?
In den vergangenen Wochen haben die teils hitzigen Diskussionen um die Bahnverbindungen von Büchen über Schwarzenbek nach Hamburg nicht nur das große Interesse der Bevölkerung gerade in ländlichen Gebieten am ÖPNV gezeigt, sondern auch, dass öffentlicher Druck einiges erreichen kann.
Es stehen noch mehr Neuerungen im Raum. Der dritte landesweite Nahverkehrsplan 2008 bis 2012 zeigt die geplanten Entwicklungen für den Schienenverkehr in ganz Schleswig-Holstein (der vom Land finanziert wird) und im sogenannten Busliniengrundnetz (Busse werden vom Kreis finanziert und bezuschusst vom Land) auf.
Was diese Planungen in den Städten und Dörfern des Herzogtum Lauenburgs bedeuten, soll bei einer Podiumsdiskussion in Witzeeze mit möglichst vielen interessierten Bürgern erörtert werden. Eingeladen hat der SPD-Kreisvorstand um Peter Eichstädt (Landtagsabgeordneter für den Kreisnorden) auf das Podium Kenner der laufenden Planungen wie die Abteilungsleiterin für Verkehrsplanung der landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) Petra Coordes. Für den Kreis (zuständig für den regionalen Busverkehr) nehmen Michael Birgel, Fachdienstleiter Regionalentwicklung und Verkehrsinfrastruktur, und Bernd Brieger (SPD), stellvertretender Vorsitzender im Regionalentwicklungsausschuss, teil. Bestens mit dem Thema ÖPNV vertraut ist Büchens Bürgermeister Uwe Möller, der mit der Aktion »Wir haben Kreuz« der Aktivregion Sachsenwald-Elbe entgegen ersten Planungen der LVS Verbesserungen im Bahnverkehr erreichen konnte.
Moderieren wird den Abend Olaf Schulze, stellvertretender SPD-Kreisvorstand, als Landtagsabgeordneter bahnpolitischer und ÖPNV-Sprecher der SPD. »Wir haben den Veranstaltungsort Witzeeze bewusst gewählt, um den ländlichen Raum zu stärken. Rechtzeitig vor Beginn der konkreten Planungen in Kreis und Land wollen wir als SPD von den Bürgern wissen, wie ihr Bedarf im ÖPNV aussieht. Das kann nicht von oben bestimmt werden«, betont Olaf Schulze, der den südlichen Teil des Herzogtum Lauenburgs im Kieler Landtag vertritt.
»Bei dem vom Land gewollten immer stärker werdenden Schülerpendelverkehr durch Profiloberstufe, Konzentration der Schulstandorte, Schließung von Schulen steigt der Bedarf im Busverkehr. Auch die Ausweitung der Ganztagsangebote mit unterschiedlichsten Zeiten beim Schulschluss und die enge Verzahnung von Bahn- und Buszeiten stellt uns vor neue Herausforderungen«, erklärt Josefin Francke, Mitglied im SPD-Kreisvorstand.
Aber auch die Senioren liegen der Schwarzenbeker Landtagskandidatin 2010 für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg Mitte am Herzen. »Ohne die Möglichkeit am sozialen Leben teilzunehmen, vereinsamen immer mehr alte Menschen. Das wird in Zukunft ein zunehmendes Problem unserer immer älter werdenden Gesellschaft sein. Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir gerade im ländlichen Raum Busse, die den Ansprüchen dieser Generation gerecht werden.«
Schulze und Francke laden alle Bürger ein, die Gelegenheit zur Mitgestaltung des ÖPNV am 28. April um 19 Uhr in Witzeeze (Zum Lindenkrug, Dorfstraße 4) intensiv zu nutzen – »der Saal ist groß genug für alle«, betont Olaf Schulze, »allerdings nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln am Abend zu erreichen.«