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09-04-09

Verantwortlicher Umgang mit Waffen

 


Die Geehrten des Kreisschützentages 2009 in Schwarzenbek. Alle Delegierten waren um Erscheinen in Schützentracht gebeten worden.Foto: Susanne Nowacki

Schwarzenbek (no) – Traurige Aktualität erreichte die diesjährige Hauptversammlung des Kreisschützenbundes in Schwarzenbek. Ein paar Tage vorher wurde in Winnenden der Opfer des Amoklaufs eines Siebzehnjährigen gedacht. Daran konnte und wollte man am Nachmittag beim Kreistreffen der Schützenvereine nicht vorbeigehen. Kreispräsident Meinhard Füllner betonte in seinem Grußwort den verantwortlichen Umgang mit Schusswaffen, der gerade in den zu Unrecht in der öffentlichen Kritik stehenden Schützenvereinen gelehrt wird. Sein Dank ging an die Schützenvereine, deren Ausrichtung in den vergangenen Jahren immer sportlicher wurde, für die nach wie vor bestehende Pflege von Brauchtum und Traditionen. »Die Mitgliederzahlen, nicht nur in den Schützenvereinen, gehen zurück. Es gilt, das Vereinswesen als wichtige gesellschaftliche Funktion zu stärken«, betonte Kreispräsident Füllner, der sich bei den Schützen bedankte für die Unterstützung in der Diskussion um die Kreisreform. »Gemeinsam haben wir diese erst mal abgewendet. Der Kreis Herzogtum Lauenburg bleibt erhalten in seiner filigranen Struktur.«
Josefin Francke, Schwarzenbeks stellvertretende Bürgervorsteherin, warnte vor sinnlosem Aktionismus angesichts der Geschehnisse in Winnenden. »Der Junge hat sich das Gewehr definitiv nicht beim Schützenverein geholt, es lag zu Hause einfach herum. Junge Leute brauchen Halt in Familie und Gesellschaft.« Sie drücke den Schützenvereinen die Daumen, dass sie es schaffen, junge Leute an sich zu binden und sie verantwortungsbewusst zu begleiten auf ihrem Weg in die Gesellschaft.


Nachdem der Norddeutsche Schützenbund zum Deutschen Schützentag vom 30. April bis 2. Mai in Travemünde (dieses bundesweite Großereignis findet erst zum zweiten Mal in Schleswig-Holstein statt) eingeladen hatte, wurden zahlreiche Ehrungen auf Kreis- und Landesebene vorgenommen. Mit der goldenen Verdienstnadel des Deutschen Schützenbundes wurde der überraschte erste Vorsitzende des Kreisschützenverbandes Willi Holst aus Mustin ausgezeichnet.
Von den dreißig im Kreis aktiven Schützenvereinen waren 21 mit Delegierten in Schwarzenbek vertreten, die die Berichte des Vorstandes zur Kenntnis nahmen und ihm Entlastung erteilten. Bei den anstehenden Wahlen kam es kurzfristig zu einer zusätzlichen vakanten Position. Schriftführer Siegfried Koslowski hatte am Vortag seinen Rücktritt erklärt. Seit 2002 ist er in der Schützengilde Schwarzenbek als Schießmeister verantwortlich für den Schießbetrieb.
»Seit 2007 hat der Schießmeister nach § 30 BGB die alleinige Verantwortung für den Schießbetrieb, das heißt, ich stehe mit einem Bein im Gefängnis. Nach dem Amoklauf von Winnenden möchte ich als Schießmeister alle Arbeiten, für die ich die Verantwortung habe, nachholen oder zu Ende bringen«, erklärte Koslowski gegenüber unserer Zeitung seinen Rücktritt, der in der Versammlung nicht begründet wurde.


Schwarzenbek wird auch künftig im Kreisvorstand vertreten sein: Rosemarie Schlotthauber von der Schützengilde wurde zur zweiten Damenleiterin gewählt.
Nachdem sich kein anderer Verein für die Versammlung 2010 anbot, wird am 20. März des kommenden Jahres wieder Schröders Hotel der Treffpunkt der Kreisschützen sein.



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