28-05-09
Pfingsten – ein religiöses Fest oder nur ein langes Wochenende?
»Der fünfzigste Tag«: Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel…
Geesthacht (ms) – Eigentlich das christliche Fest der Entsendung des Heiligen Geistes, wird heutzutage das Pfingstfest mit vielfältigen Pfingstbräuchen begangen. Bei Geesthacht fand zum Beispiel in einer Schlucht, »Hoopmers Grund« genannt (ein bis zu 16 Meter eingeschnittenes und 500 Meter langes Erosionstal) bis in die Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts zu Pfingsten ein Ringreiten statt.
Jugendgruppen und Freiwillige Feuerwehren führen traditionell »Pfingstlager« (meist Zeltlager) durch.
Es gibt den Brauch den Pfingstkranz zu tanzen, Pfingstochsen zu schmücken, Pfingstbäume zu pflanzen und Jahrmärkte zu veranstalten. Für viele Familien ist es einfach »geschenkte Zeit«, um einen Ausflug zu unternehmen, oder Verwandte zu besuchen. Beliebt sind Grillpartys und große Sträuße der wunderschönen Pfingstrosen. Auch die Liebe kommt Pfingsten nicht zu kurz: So machen sich in Deutschland Junggesellen auf, um ihrer Liebsten eine Birke, die seine Zuneigung zu ihr symbolisieren soll, ans Haus zu stellen.
Der Pfingstmontag ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, um den allerdings immer wieder gekämpft wird. Im Jahr 2005 zum Beispiel forderten Wirtschaftsverbände und FDP seine Abschaffung. Alle anderen Parteien, die Gewerkschaften und die Kirche sprachen sich allerdings für den Feiertag aus. Auch in anderen europäischen Ländern wird die Abschaffung, oder Beibehaltung des Pfingstfeiertages immer wieder diskutiert.
Der Pfingstsonntag fällt immer auf die Zeit zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni, abhängig vom Osterdatum. Am fünfzigsten Tag nach Ostern (wobei der Ostersonntag als erster Tag zählt) wird das Pfingstfest gefeiert, es ist zugleich der feierliche Abschluss der Osterzeit. In Geesthacht finden zum Beispiel in der Sankt Salvatoris-Kirche (Pastor Gunnar Penning) und der Sankt Petri Kirche (Pastorin Birgit Penning) Pfingstgottesdienste jeweils um 10 Uhr statt.