02-07-10
Praxisnah: Eine Woche lang »Wirtschaftsboss« spielen
Schwarzenbek/Geesthacht (cw) - Kurz vor den Sommerferien hieß es für 18 Gymnasiasten aus Schwarzenbek und Geesthacht nochmals für eine Woche lang die grauen Zellen anzustrengen. Beim Unternehmensspiel »Wirtschaftswochen-AG« des Verbandes der südholsteinischen Wirtschaft ging es, wie im vergangenen Jahr auch, wieder für fünf Tage von morgens bis abends zur Firma Universelle Engineering nach Schwarzenbek. Das Maschinenbau-Unternehmen hatte seine Pforten für die Schüler geöffnet und Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, in denen sie im Rahmen des Planspiels drei börsennotierte Industrieunternehmen simulierten, die erfolgreich geführt werden mussten. Dazu schlüpften die schulübergreifend agierenden Schüler in die Rolle eines Vorstands einer Aktiengesellschaft. Die drei virtuellen Firmen befassten sich mit der Produktion und dem Vertrieb von Kaffeemaschinen. Da hieß es die Lagerung, den Einkauf, die Forschung und Entwicklung, das Personal und das Marketing ständig im Auge zu haben und fiktive Krisen wie Umsatzeinbrüche, Steuererhöhungen und Energieknappheiten in die Produktionsabläufe einzukalkulieren. Aber auch Konsequenzen wie Kündigungen und Kurzarbeit waren ein Thema.
Heidrun Brakmann vom Verband der südholsteinischen Wirtschaft, der das Unternehmensspiel seit zehn Jahren veranstaltet, um Schüler für betriebs- und volkswirtschaftliche Theorie und Praxis zu begeistern, gab die täglichen Aufgabenstellungen vor und koordinierte den Kontakt zum gastgebenden Unternehmen.
Die drei Firmen mit den Phantasie-Namen »Jace AG«, »Samba AG« und »Katana AG« lernten in den fünf Tagen kompakt, welchen Herausforderungen sich ein Unternehmen auch im tatsächlichen Leben stellen muss. »Dabei zeigten sich die Schüler sehr engagiert und begeistert«, wie Universelle-Geschäftsführer Tobias Kull lobend feststellt. »Besonders aufgefallen ist mir, dass die Schüler sehr schnell in unternehmerischen Kategorien gedacht und entsprechende Entscheidungen getroffen haben«, ergänzt er. Für Gastgeber Universelle ist die Unterstützung des Projekts selbstverständlich, bekundet das Maschinenbau-Unternehmen damit die Verbundenheit zur Region. Aber der potenzielle Arbeitgeber macht sich bei den Schülern auch interessant. Zwei heutige Auszubildende entstammen früheren Unternehmensspielen. »Die Teilnahmebescheinigung am Unternehmensspiel wird Bewerbungen gerne beigelegt und ist für einen Arbeitgeber durchaus ein Indiz für das Engagement des Bewerbers«, pflichtet Heidrun Brakmann bei. Die jungen Teilnehmer, die vom Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht und vom Gymnasium Schwarzenbek für das Projekt schulfrei erhielten, können sich glücklich schätzen, denn die Kursteilnahme ist stets stark nachgefragt. Und wer weiß, vielleicht war unter den Schülern ja ein künftiger Wirtschaftsboss ...