09-07-10
Frühkartoffelanstich mit Verspätung
Bartelsdorf (cw) - Wo kommen eigentlich die Kartoffeln her? Das war die zentrale Frage der Schüler der zweiten Klasse der Grundschule Müssen, als es auf dem Feld von Landwirt Möller in Bartelsdorf praktischen Naturkundeunterricht gab. Gemeinsam mit Jürgen Pallasch, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, erntete der Landwirt die ersten Frühjahrskartoffeln in diesem Jahr auf einem seiner Felder. Der Betrieb von Christoph Möller wird bereits seit 25 Jahren mit dem Gütezeichen Schleswig-Holstein für seine hochwertigen Speisekartoffeln ausgezeichnet. Die Betriebsfläche beträgt 120 Hektar Ackerfläche, auf denen 26 Hektar Kartoffeln angebaut werden. Nicht gerade wenig! Witterungsbedingt verzögerte sich in diesem Jahr der Beginn der Frühkartoffelernte allerdings um etwa drei Wochen, und nun wird auf Regen gehofft, damit sich die Ernte nicht verschlechtert. Die hiesige Landwirtschaft ist mittlerweile in der Lage, ganzjährig Kartoffeln aus Schleswig-Holstein anzubieten. Und auch Möller unterhält einen LKW, mit dem nachmittags geerntete Kartoffeln im Zuge des Direktvertriebs am kommenden Morgen bereits zu Supermärkten der Region ausgeliefert werden, darunter zu bekannten Märkten wie Edeka oder Famila. Aber auch im hauseigenen Hofmarkt gibt es für den Endverbraucher die Möglichkeit, Kartoffeln zu kaufen. Damit ist ein Landwirt heutzutage nicht mehr einfach nur Bauer, sondern muss Kunden aquirieren, Lagerkapazitäten aufbauen, die Logistik für den Vertrieb bereitstellen und vieles mehr. Und die Qualität dabei muss immer stimmen, denn der erhebliche Arbeits- und Kostenaufwand muss sich rechnen. Bestätigt wird er dabei durch das gestiegene Kaufbewusstsein, denn heute ist zwar alles technisch besser als vor fünf Jahren, aber auch der Kunde erwartet sehr gute Qualitätsware. Und das sieht auch Jürgen Pallasch von der Landwirtschaftskammer so: »Der Trend zur Versorgung aus der Region gewinnt immer mehr an Bedeutung. Anstelle von in südlichen Ländern gezogenen Kartoffeln, greift auch der Handel für die Vermarktung mehr und mehr auf heimische Produkte zurück. Diesen Trend fördert beispielsweise unser regionales Gütezeichen.« Und die Müssener Grundschüler? Denen hat es Spaß gemacht, im Acker die frischen Knollen auszubuddeln (siehe Bild). Nun wissen sie, woher die beliebten Erdäpfel kommen.