24-08-10
Gemeinsam gegen wilde Säue
Die Jagdgenossenschaft Schwarzenbek
Schwarzenbek (ag) – Die Schwarzenbeker leben in einer von Wald umgebenen Stadt. Dass die großflächigen Wald- und Wiesengebiete sowie die landwirtschaftlich genutzten Grünflächen Heimat für ungezählte Tiere sind, vergisst man trotzdem schnell mal. Zahlreiche Rehe, Wildschweine, Kaninchen und Raubtiere wie Marder bevölkern das Gebiet in und um die Stadt. Dieses Niederwild lebt größtenteils ohne natürliche Feinde, die Eindämmung des Bestandes liegt in der Verantwortung der Jagdgenossenschaft Schwarzenbek und dessen Jagdpächter. Der Vorstand der Genossenschaft aus 30 Landeigentümern überträgt dem alle neun Jahre gewählten Jagdpächter, derzeit Dr. Ulrich Hübel, das Recht, auf ihren Grundstücken zu jagen – die Abschussliste kommt dabei von der Jagdbehörde.
»Um die Population zu regulieren und Wildschaden zu vermeiden oder einzudämmen, gibt die Behörde an, welches Wild zum Abschuss freisteht«, erklärt Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Stribrny. Sauen werden dabei nicht berücksichtigt, diese stehen ganzjährig zum Abschuss frei, da ihre Anzahl groß und der Wildschaden, den sie anrichten, erheblich ist. Alleine vergangenes Jahr wurden zwischen 3.500 und 4.000 Wildschweine im Kreisgebiet erlegt. Der Jäger darf das erlegte Wild behalten, muss allerdings einen Pachtzins an alle Genossen zahlen, der je nach Grundstücksfläche aufgeteilt wird. Viele der Genossen haben selbst einen Jagdschein und sind oder waren leidenschaftliche Jäger, so auch Hans-Jürgen Stribrny und Vorstandsvorsitzender Konrad Thater, der seit der Gründung der Genossenschaft 1955 Mitglied ist.
Das Jagdverhalten hat sich seit damals allerdings enorm verändert, hat sich Schwarzenbek doch von der ursprünglich dörflichen Struktur verabschiedet.
»Durch die vielen Neubaugebiete hat sich die zu bejagende Fläche von 280 Hektar in 1970 auf 190 Hektar verringert, der Trend wird außerdem fortgesetzt.
In den Randgebieten ist Schusswaffengebrauch nicht ohne Weiteres möglich, wir müssen die Entwicklung beobachten und abwarten«, so Stribrny. Eine weitere problematische Entwicklung sei der starke Anbau von Mais für die Produktion von Biogas. Wildsäue fänden leichter Verstecke, seien schwerer zu bejagen und schafften so ein unausgewogenes Biotop.
Doch nicht überall, wo es in der Stadt grün ist, darf gejagt werden. Befriedete Gebiete wie Sportplätze oder Friedhöfe bleiben außen vor. Und auch, wer am Stadtrand wohnt und ein Reh im Garten entdeckt, sollte nicht davon ausgehen, dass das Tier am Abend im Eintopf landet. »Wer Probleme mit Tieren auf seinem Grundstück hat, sollte sich bei uns melden, wir leiten das dann an den Jagdpächter weiter. Oft gibt es einfache Tipps, die das Wild fernhalten«, so Stribrny, der im Rathaus für den Bürgerservice und Soziales (Tel. 04151 – 88 10) zuständig ist. Auch wer totes Wild im Wald oder in Straßennähe findet, sollte dies unter dieser Nummer mitteilen.