15-02-11
Vorhersage der Pegelstände macht Hochwasser planbar
Hitzler-Werft war gut vorbereitet – jetzt geht es ans Saubermachen
Lauenburg (ud) – »Eine Werft lebt nun mal am Wasser, also müssen wir darauf vorbereitet sein«, sagt Werner Büker, Betriebsleiter der Hitzler-Werft. Er sieht den Umgang mit der Flut und den steigenden Wasserstände der Elbe ganz gelassen. »Wir haben die Pegelstände beobachtet und uns danach vorbereitet.
Die Motoren der Winden, mit denen Reparaturschiffe auf die Slipanlagen gezogen werden, mussten ab einem Wasserstand von acht Metern abgebaut und verstaut werden. Das sei schon eine Routinearbeit. Alles wird in Metallkisten verpackt. Was früher eine ganz schöne Knochenarbeit war, sei ja heute mit einem Gabelstapler kein Problem mehr. Das ganze Jahr hatte die Werft bereits mit hohen Wasserständen Probleme und konnte nur eine der hintereinander liegenden Slipanlagen nutzen. Als Konsequenz aus diesem Wasserstand wird eine alte Slipanlage, die mit 7,65 mal 65 Metern zu kurz für die modernen Schiffe ist, auf neun mal 75 Meter umgebaut. »Wir müssen uns dem Wasser anpassen, denn Auftraggeber, die wir abweisen müssen, sind für uns verloren«, resümiert Büker. Auch in der Schiffbauhalle der Südwerft, in der unter anderem auch Sportboote überwintern, stieg das Wasser.
Es mussten aber nur zwei der kleineren Boote in den oberen Bereich der Halle umgesetzt werden, so Büker. Probleme gab es allerdings mit dem Neubau des Eisbrechers für das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg. Der Eisbrecher hatte bereits so viel Wasser unter dem Kiel, das er fast geschwommen wäre.
Ein Umsetzen war nicht möglich. Um ein Kentern zu verhindern, das aufgrund der fehlenden Ausrichtung des Schiffskörpers wahrscheinlich gewesen wäre, wurde es am Hallenboden fest geschweißt und mit mehreren insgesamt rund 70 Tonnen schweren Gewichten gesichert. Auch das muss natürlich alles wieder zurückgebaut werden. Im Sommer hat der Eisbrecher dann zum zweiten Mal die Chance, ganz ohne Gewichte beim Stapellauf in sein bestimmtes Element zu rutschen. Bruno Hubert betreut das Sportboot »Liebi« in der Schiffbauhalle der Werft. »Ich hatte keine Bedenken vor dem Hochwasser, es hätte in der Halle auch noch einen Meter höher steigen können. Auf der Werft seien alle ganz professionell mit der Situation umgegangen«, erzählte er.