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10-05-10

Zum ersten Mal ist ein Komponist unter den Künstlern

 


24. Stipendiatengeneration in Lauenburg angekommen: Tobias Klich, Markus Hiesleitner, Hendrik Lörper, Akane Kimbara und Claire Walka (v.li.). Foto: Gabriele Kasdorff

Lauenburg (gak) – »Wollen Sie Kunst machen um sich und andere zu erfreuen oder wollen Sie sich integrieren in die allgemeine Berufswelt?«, diese provokative Frage stellte Annette Grass vom Ministerium für Bildung und Kultur beim Empfang der 24. Stipendiatengeneration. Sylvia Stuhr vom Bundesverband Bildender Künstler konterte: »Wir müssen uns fragen, was uns die Kunst wert ist. Was ist die Gesellschaft bereit auf sich zu nehmen, damit Künstler unabhängig arbeiten können?«

Dies können die fünf Künstler im Künstlerhaus und der alten Hafenmeisterei für die nächsten Monate. Erstmals wurde für den Bereich Komposition ein Stipendium vergeben, das sich Tobias Klich und Min Kyong Kim aus Seoul teilen werden. Tobias Klich aus Bremen bezieht als erster die alte Hafenmeisterei bei der Hitzler Werft. Der gebürtige Jenaer: »Ich bin froh, einen Ort des stillen Arbeitens zu haben.« Die Nähe zur Werft empfindet er als inspirierend und verspricht: »Ich versuche etwas zu machen, das ich und andere noch nie gehört haben.« Die Uraufführung seines Werkes findet im November in der Heinrich-Osterwold-Halle statt. »Ich werde Gitarre spielen und mit Klangregie sowie Elektronik arbeiten«, verrät der stille Künstler.

Akane Kimbara, die zierliche Künstlerin aus Hamburg kam der Kunst wegen nach Europa: »Viele Japaner mögen europäische Kunst.« Sie studierte Kunst in Tokio, in der Nähe ihres Geburtsortes, und in Hamburg. Video und Zeichnungen sind ihre Schwerpunkte. »Ich zeichne mit Bleistift, Tusche und Buntstift«, erläuterte sie. Der Blick auf die Elbe wird sie sicherlich zu neuen Ideen anregen, vermutet Akane Kimbara.

Aus Kiel ist Hendrik Lörper gekommen, um an seinen Installationen weiter zu arbeiten. Gebürtig in einem kleinen Dorf in Niedersachsen, wird er sich schnell in die Strukturen von Lauenburg einfinden. »Ich mache mit meiner Arbeit da weiter, wo ich aufgehört habe«, sagt er und wird dafür Gegebenheiten aus dem Umfeld verwenden. Kinetische Kunst ist eine künstlerische Ausdrucksform, in der die Bewegung als integraler ästhetischer Bestandteil des Kunstobjekts Beachtung findet. Er wird Kinetische Objekte entwickeln, die sowohl Modell als auch Maschine sein können. Hendrik Lörper fasst es zusammen: »Es werden kinetischen Skulpturen sein, die Poesie entwickeln.«

Die Literatin Claire Walka aus Hamburg wird die wunderschöne Umgebung nutzen um Inspiration beim Spazieren gehen zu erhalten. »Bewegung bringt Gedanken in Bewegung«, erläutert sie. In Offenbach am Main studierte die junge, in Stuttgart geborene Künstlerin. Claire Walkas Augen leuchten, wenn sie über ihre Arbeit spricht: »Es können Essays, Kurzgeschichten und möglicherweise auch Gedichte entstehen.« Bildhauer Markus Hiesleitner kommt aus Wien und ist in dem kleinen Ort Euratsfeld in Niederösterreich geboren: »Das dörfliche kenne ich«, lächelt er. Vor zwei Jahren hat er sein Studium in Wien abgeschlossen und lebt seitdem als freischaffender Künstler.

Er arbeitet dreidimensional und ortsspezifisch. Installationen mit Videos wird er produzieren. »Bei dem Material ist alles offen, ich nehme was ich vor Ort finde«, erklärt er seine Arbeitsweise. In seiner Begrüßungsrede gab Bürgermeister Harald Heuer seiner Hoffnung Ausdruck: »Sie alle werden sicherlich den einen oder anderen Lauenburger für ihre Kunst gewinnen können.« Die erste Vorsitzende des Fördervereins des Künstlerhauses, Ulrike Mechau-Krasemann, brachte es mit ihren Worten genau auf den Punkt: »Wenn ein Künstler nach Lauenburg kommt, wird er beäugt wie ein neuer Bürger, der einzieht. Was bringst Du uns, was teilst Du uns mit?« Diese Frage ist von den Künstlern im Zeitablauf zu beantworten.



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