28-06-10
Ende März 2011: Harald Heuer räumt den Bürgermeisterstuhl
Lauenburg (ud) – Lauenburgs Bürgermeister Harald Heuer hat die Nase voll und gab im nicht öffentlichen Teil der Hauptausschusssitzung bekannt, dass er im nächsten Jahr nach seinem Geburtstag am 7. März, und dem damit erreichten 63. Lebensjahr in den Vorruhestand gehen wird. So ganz aufs Altenteil möchte er aber nicht. Ein Landratsposten in seinem Heimatbezirk wäre eine durchaus akzeptable Lösung, erzählte er.
Heuer ist CDU-Parteimitglied. Er geht hart mit seinen Parteifreunden aber auch mit den Oppositionsparteien ins Gericht. Kein Rückhalt bei den eigenen Leuten sei ein wesentlicher Bestandteil seiner Entscheidung. Aber auch das, nach seinen Worten, egozentrische Verhalten des Fraktionsvorstehers Bernd Dittmer (SPD), der von der demokratischen Mehrheit getroffene Entscheidung, wie jetzt zum Leerstandsmanagement, anzweifelt und die Kommunalaufsicht einschaltet, sind nicht tragbar. Zumal Dittmer selbst die Kommunalaufsichtsentscheidung, die der Verwaltung korrektes Handeln bescheinigt, nicht akzeptiert, sondern, möglichst vor großem Publikum, die Verwaltung anprangert.
So sei konstruktive Arbeit für die Bürger der Stadt fast unmöglich. »Es gibt einfach keine verlässliche Basis mehr, stattdessen bestimmen menschlicher Egoismus und Eitelkeiten den politischen Alltag der Stadt.« Das dauernde Herumgehacke habe ihn dünnhäutig gemacht und beeinträchtige sein Familienleben. »Das will ich mir nicht länger antun. Zumal unter dem Strich der Bürger der Leidtragende ist, wenn sich nichts mehr bewegt und das will und werde ich nicht mittragen:«
Lauenburgs erster Stadtrat, Wolfgang Genczik, bedauert die Entscheidung Heuers, kann ihn aber in seiner Argumentation verstehen. Auch Heuers Einwand der fehlenden Unterstützung durch die eigene Partei ist berechtigt, bedauert der erste Stadtrat. Er hat sich immer als Mittler zwischen Jung und Alt in seiner Partei gesehen. Aber manchmal sei ein Vermitteln eben nicht in den Griff zu bekommen. Durch seine Vertretungsarbeit für den Bürgermeister habe er gute Einblicke in die Verwaltungsarbeit bekommen und das engagierte Arbeiten der Verwaltung für die Bürger schätzen gelernt.
Wilhelm Bischoff, der FDP-Fraktionsvorsitzende berichtet von der großen Überraschung die Heuers Entscheidung auslöste: »Ich habe Heuers Arbeit sehr geschätzt.« Bischoff hat Sorgen um die Stadt. »Wo findet sich ein Kandidat, der das Format hat, die Stadt in eine vernünftige Zukunft zu führen?« Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Bernd Dittmer, war leider bis zum Redaktionsausschluss telefonisch nicht zu erreichen. Sein Vertreter Hans Peter Iversen wollte sich zu Heuers Rücktritt nicht weiter äußern.
»Im Zusammenhang mit den politischen Vertreten der Stadt sei Heuer wohl sehr dünnhäutig geworden«, war der einzige Kommentar von ihm. Renate Thiedemann (SPD) spricht von einer guten Zusammenarbeit mit Harald Heuer: »Er hat mich immer für meine sozialen Projekte unterstützt und den Sozialfonds haben wir gemeinsam durchgeboxt.«