06-06-12
Fachgerechte Vorsorge ermöglicht kariesfreies Leben
Geesthacht (gak) – Ein strahlendes Lächeln mit schönen, weißen Zähnen, das gilt in unserer Zeit als eines der Schönheitssymbole, nimmt uns für den Menschen ein und öffnet Türen. Dieses können alle werdenden Eltern heutzutage ihren Kindern mit einigen wenigen aber wirkungsvollen Maßnahmen ermöglichen.
Zahnärztin und Endodontologin Dr. Christina von Schroeter hielt auf Einladung des Johanniter-Krankenhauses und Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Klaus von Oertzen, einen hochinteressanten Vortrag zu dem Thema »Start in ein kariesfreies Leben!« Dabei geht es im Wesentlichen um drei Schritte. Während der Schwangerschaft sollten Karieskeime von den werdenden Eltern bekämpft werden, bereits das Neugeborene sollte eine schonende Reinigung des Zahnfleisches erfahren und als Kleinkind sollte auf Zahnhygiene geachtet werden.
Dr. von Schroeter betonte: »Der Spruch 'Jede Schwangerschaft kostet einen Zahn' stimmt aus zahnmedizinsicher Sicht schon lange nicht mehr.« Allerdings: hormonell bedingt werden während der Schwangerschaft die Organe stärker durchblutet, die Gefäße schwellen an und das Bindegewebe lockert sich auf.
Dies gilt auch für die Mundschleimhaut und so können Bakterien leichter eindringen, Entzündungen sind die Folge. »Bei Zahnfleischbluten und Schwellungen des Zahnfleisches sollten Schwangere schnellstens den Zahnarzt aufsuchen, denn Studien ergaben, dass Frauen mit Parodontitis ein deutlich erhöhtes Risiko haben, Frühgeburten zu erleiden oder untergewichtige Kinder zu gebären«, erläuterte Dr. von Schroeter. Dr. von Oertzen wies auf ein weiteres Risiko hin: »Zu Beginn der Schwangerschaft erbrechen einige Frauen häufig. Die Magensäure greift den Zahnschmelz an, daher ist es ratsam, erst den Mund mit Wasser auszuspülen und frühestens nach 30 Minuten die Zähne zu putzen, damit sich das Zahnmilieu regenerieren kann.«
Jede Schwangere sollte sowohl im ersten als auch im letzten Drittel der Schwangerschaft den Zahnarzt aufsuchen, um eine professionelle Zahnreinigung machen zu lassen. Von Schroeter: »Wichtig ist auch die richtige Anwendung der Zahnseide, um Plaque zu vermeiden. Die Zähne sollte in kreisenden Bewegungen von 'weiß nach rot' geputzt werden.«
Bekommt das Kind seinen ersten Zahn, so sollte nachts keinesfalls die Flasche mit zuckerhaltige Getränken gegeben werden. Vom zweiten Lebensjahr an sollte der Schnuller abgesetzt werden, da dieser den Kiefer deformieren kann. Dr. von Schroeter ermahnte: »Dadurch entsteht ein hoher und zu schmaler Kiefer.« Die Milchzähne sollten unbedingt erhalten werden, da diese eine Platzhalterfunktion ausüben. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Zahnreinigung zweimal jährlich bis zum sechsten Lebensjahr, vom 30. Monat an eine jährliche Reinigung.
Um für sein Kind den richtigen Zahnarzt zu finden, ist die Zahnärztekammer behilflich. Die richtige Putztechnik, eine gesunde Ernährung und regelmäßige Vorsorge führen in konsequenter Anwendung zu einem gesunden Gebiss mit strahlendem Lächeln.