01-12-09
Vergnügen für Kinder oder Anziehungspunkt für Randale?
Geesthacht (dk) – Zum Brennpunkt der Stadtjugendpflege ist inzwischen die Neugestaltung des Spielplatzes am Zöllnersweg mutiert. Erboste Anwohner versuchen die Pläne zu vereiteln, werden sie doch schon seit Monaten von randalierenden Jugendlichen terrorisiert, die den Spielplatz – hauptsächlich in den Abendstunden – als ihr Revier ansehen.
Nun sind die Befürchtungen der Anwohner nicht ganz unberechtigt, eine Neugestaltung des Spielplatzes könnte dieses Revierverhalten verstärken und womöglich weiteres Ungemach durch Pöbeln und unschönen Attacken hervorrufen. Aus diesem Grunde, und um die Öffentlichkeit über die fertigen Pläne des Spielplatzes zu informieren, luden die Jugendpfleger Jens N. Fischer und Willi Blum zur Präsentation und Diskussion in den Oberstadt-Treff am Dialogweg ein. Kinder, Jugendliche und Eltern, die sich über die Erneuerung des Spielplatzes freuen, und Anwohner, die unmittelbar betroffen sind, kamen zahlreich, um sich über den Fortschritt der Planungen zu informieren.
Auf dem Spielplatz wird es keine Altersbegrenzung geben, dies ist in Geesthacht nicht üblich und soll es auch nicht werden. Schließlich wird der Spielplatz nicht als reiner Spielplatz gebaut, sondern nach den Wünschen der Kinder und Jugendlichen mit viel Grün versehen werden. Somit wird aus dem Spielplatz Zöllnersweg ein Zöllnerspark. Mit Altersbeschränkung wären somit auch älteren Leuten, die auf den installierten Bänken einfach nur sitzen und entspannen möchten, oder den Eltern der Kinder, ein Zugang zum Park verwehrt.
Die Planung des Spielplatzes (oder Parks) hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen, da Schleswig-Holstein als einziges Bundesland vorschreibt, dass die Wünsche und Fantasien der Kinder bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Dies wurde mit Freuden umgesetzt, die Kinder eingeladen und eine Begehung des maroden Spielplatzes gemacht. Und siehe da, den Kindern fiel eine Menge ein, sie haben sich mit kritischen Blicken umgesehen und viele Mankos entdeckt. Dann konnten sie ihre Wünsche zu Papier bringen und ein Modell aus Knetmasse fertigen.
Dieses Modell haben Anke Meixner, Spielplatz-Designerin aus Schwerin, und Ingrid Chyba, Tiefbauingenieurin aus Geesthacht, hervorragend umgesetzt, die Pläne werden am 4. Dezember der Stadt zur Genehmigung vorgelegt, in der Hoffnung, dass aufgrund der leeren Stadtkassen keine einschneidenden Sparmaßnahmen verhängt und somit das Projekt »Zöllnerspark« gefährdet wird. Kinder wie Eltern waren am Tage der Präsentation jedoch erst einmal begeistert, die geplagten Anwohner hingegen von den Worten Jens Fischers kaum überzeugt. Doch wie immer im Leben werden Pläne und deren Durchführung grundsätzlich nicht die Zustimmung aller Beteiligten erhalten, allerdings werden sich zumindest die Kinder freuen und eine Lösung für die Pessimisten ist auch in Sicht. Also: Ende gut – alles gut…