01-09-09
Geesthachter Kinder zelteten am Heidberg
Geesthacht (dk) – Wenn sich die großen Ferien während der Sommermonate nähern, herrscht in der Schule schon lange vorher große Aufregung. Viele Familien nutzen diese Wochen, um zu verreisen, doch leider sind gerade während dieser Zeit Unterkunft und Verpflegung besonders teuer. So ist es dann auch nicht jedes Kind, was nach den Ferien Großartiges zu berichten hat, für viele Familien sind Reisen unerschwinglich, vor allem, wenn einzig der Vater für das Einkommen sorgt. Bei einer vierköpfigen Familie muss tief in die Tasche gegriffen werden, denn kaum eine Urlaubsreise – ob nun im In- oder Ausland – ist unter 2.000 Euro zu haben.
Dank des Ferienpasses können die Kinder jedoch einiges an Abwechslung erfahren, auch wenn die Eltern weiterhin ihrer Arbeit nachgehen. Doch einmal zelten zu fahren, einmal die Nacht nicht im eigenen Bett zu verbringen und ein richtiges »Ferienfeeling« zu bekommen, das ermöglicht erst das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Vor zwei Jahren durch eine Idee von Stephan Streubel ins Leben gerufen, konnten inzwischen 100 Erstklässler (in zwei Gruppen aufgeteilt), deren Eltern weder über ausreichend Zeit noch Geld verfügen, einige Tage auf der Wiese des Heidbergs zelten, und – bei entsprechendem Wetter – unter freiem Himmel ganztägig spielen und auch essen. In fünf Mannschaftszelten à zehn Kinder wurden die Nächte verbracht, denn von Schlafen kann vor lauter Aufregung an diesen Tagen kaum die Rede sein. Da wurde geschnattert und gespielt, von Heimweh kaum eine Spur. Nun hatte das Team um Stephan Streubel auch einiges an Unterhaltung anzubieten, Uwe Benn, Kommissar bei der Geesthachter Polizei, war erschienen, um die Kinder über das Innenleben eines Polizeifahrzeuges zu informieren, alles ganz locker und entspannt, allerdings hatte er nach Ende seiner Darbietung alle Hände voll zu tun, seine Utensilien wieder einzusammeln, da jedes Kind diese auch ausprobieren musste. So waren schnell alle »Zutaten« über den ganzen Platz verteilt. Doch Uwe Benn nahm es mit Humor, unter viel Gelächter wurde alles wieder eingesammelt und ordnungsgemäß verstaut.
Das Highlight allerdings war das abendliche Lagerfeuer, das nach Beendigung allerdings – natürlich absichtlich – nicht gelöscht werden konnte. So musste also erst die Feuerwehr »anrücken«, die zu diesem spannenden Moment schon – unbemerkt von den Kindern – im Hintergrund lauerte und schließlich mit lautem Sirenengeheul und Blaulicht zum »Löschen« anrückte. Anschließend – und um den Adrenalinspiegel wieder in vernünftige Bahnen zu lenken – folgte eine Nachtwanderung durch das Gelände am Heidberg. Was für die Kinder großen Spaß und Unterhaltung bedeutete, war für die Mannschaft des DRK allerdings harte Arbeit, neben der Organisation und Durchführung dieses Abenteuers gab es auch hier wenig Schlaf – doch offensichtlich auch viel Vergnügen.