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13-10-09

Gametreff – nur wenige Eltern testen PC-Spiele

 


Birgit Contrino testet »Anno 1701« im aufgebauten PC-Spiele-Center der Oberstadtschule. Foto: Gabriele Kasdorff

Geesthacht (gak) – Nur 21 Eltern fanden den Weg in die Oberstadtschule, um dort unter Anleitung und mit pädagogischen Hinweisen die Computerspiele ihrer Kinder selber auszuprobieren. Jugendpfleger, Schulsozialarbeiter und Lehrer waren unter den interessierten Zuhörern der Veranstaltung und gaben zugleich selber Hinweise an die ratsuchenden Eltern. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein ein Konzept erarbeitet, bei dem Eltern selber erproben können, warum ihre Kinder mit so viel Freude stundenlang vor dem PC sitzen und spielen. Henning Fietze vom Offenen Kanal leitete diesen dreistündigen Workshop mit viel Sachverstand. Er gab den Eltern den Tipp: »Lassen Sie sich gehen und entdecken Sie selber die Faszination, die Ihre Kinder bei den Spielen erleben.« Er hatte an verschiedenen Stationen die beliebtesten Spiele aufgebaut, von der WII-Spielekonsole bis zu Spielen auf der Großleinwand und Computerspiele. Die Eltern konnten alle Spiele testen und nacheinander verschiedene Stationen anlaufen. Dazwischen gab es Gespräche und die Eltern tauschten sich aus. Henning Fietze: »11 Millionen Deutsche spielen einmal wöchentlich, 3 Millionen täglich. 15 Prozent aller Jungen spielen am Tag mehr als 4,5 Stunden.« Das bedeutet aber noch nicht, dass sie spielsüchtig wären. Denn nur 0,3 Prozent aller Mädchen und 3 Prozent aller Jungen sind chronisch spielsüchtig. In den Spielen bekommen sie die Anerkennung, die sie ansonsten vermissen, werden zu kleinen Helden am PC.

Soziale Kontakte werden immer geringer. Aber, so Henning Fietze: »Diese Spiele fördern zum Teil auch das logische Denken, perspektivisches Sehen, Raumgefühl und Multitasking.« Besonders bei Bewerbungsgesprächen und den Assessementcentern kommt das den Jugendlichen zugute, sie sind einfach stressresistenter. Kay Tiedemann, Schulsozialpädagoge und Beatrix Fischer-Kiefer, Dipl.-Pädagogin der Suchtberatungsstelle Geesthacht sind sich einig: »Verbieten kann und sollte man die Spiele nicht, aber es müssen klare Regeln erstellt werden und die müssen auch von den Eltern kontrolliert werden.« Beratungsstellen an den Schulen helfen Kindern und Eltern, vernünftig mit den Spielen umzugehen.

In der 2. Runde wurden sogenannte »Egoshooter« den Eltern vorgestellt, bei denen keine positiven Begleiterscheinungen zu entdecken sind und deren Brutalität erschreckend ist. Wenn der Spieler virtuelle Gegner mit der Kettensäge zerstückelt und zum Held wird, so wird klar, dass diese Spiele zumindest zum Teil für den Abbau jeglicher Hemmungen zur Einsetzung brutalster Gewalt unter Kindern mitverantwortlich sind. Aufklärung über die Gefahren, Kenntnisse der Eltern über solche Spiele und klare Regeln sind ein Mittel gegen negative Begleiterscheinungen.



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