15-12-09
Dr. Manow zum Bürgermeister gewählt
Geesthacht (ok/gak) – Gleich zwei zufriedene Kandidaten verließen am Sonntagabend nach der Bürgermeisterwahl das Geesthachter Rathaus. Während sich Dr. Volker Manow, bislang Erster Stadtrat in Geesthacht, über 81,1 Prozent und damit über 5.806 Stimmen freute, war auch der Mitbewerber, Busfahrer und Buchautor Konstantin Winkler, sichtlich erfreut. Immerhin 18,9 Prozent, das sind 1.352 Wähler, hatten ihm ihre Stimme gegeben. Allerdings sind die Zeiten wohl nicht mehr fern, in denen Wahlen auch per Münzwurf entschieden werden können: Nur 30,3 Prozent der 23. 774 Geesthachter Wahlberechtigten hatten sich an der Abstimmung beteiligt.
Diese Wahlbeteiligung sei »vergleichsweise in Ordnung« sagte Manow in seinen Dankesworten. Bei der Wahl seines Amtsvorgängers Ingo Fokken hatten noch 38 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Damals hatte es allerdings auch noch ein wenig mehr Wahlkampf zwischen Fokken und seinem Mitbewerber aus Hamburg-Ottensen gegeben.
Notwendig geworden war die vorzeitige Bürgermeisterwahl, weil Ingo Fokken im Juni im Alter von nur 50 Jahren verstorben war. Vor dem 48-jährigen Verwaltungsjuristen Dr. Volker Manow liegen nun sechs Amtsjahre. Als erste und größte Aufgabe wolle er sich nun der Konsolidierung des Geesthachter Haushaltes zuwenden, so Manow unmittelbar nach seiner Wahl.
Vor Verkündigung des Wahlergebnisses sagte Konstantin Winkler fast erleichtert: »Jetzt ist alles vorbei, jetzt kann ich nichts mehr verkehrt machen.«
Ali Demirhan (Grüne), der gerade vom Spiel des FC St. Pauli kam: »Ich habe damit gerechnet, dass Dr. Volker Manow annähernd 80 Prozent der Stimmen erhält.« Christoph Bähnk (Junge Union) verfolgte gespannt die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke: »Ich habe nichts anderes erwartet«, war sein lakonischer Kommentar.
Bärbel Baesch-Brüggmann verfolgte gemeinsam mit ihrem Mann die Auswertung der Stimmzettel: »Ich habe das so erwartet und habe Hochachtung vor Herrn Winkler. Hut ab, dass sich ein Zweiter zur Wahl gestellt hat«, lächelte sie freundlich und bemerkte: »Konstantin Winkler hat eine nette Ausstrahlung.«
Alita Peper bedauerte, wie viele an diesem Abend, die geringe Wahlbeteiligung und meinte: »Es verläuft alles erwartungsgemäß.
Konstantin Winkler hatte überzogene Forderungen, die nach gesundem Menschenverstand nicht zu realisieren waren.« Nach Verkündung des Wahlergebnisses und seiner eindeutigen Niederlage sagte Konstantin Winkler schmunzelnd: »Nach der Wahl ist vor der Wahl. Manow hat nur ungefähr 30 Prozent Zustimmung aller Wahlberechtigten, das dürfte auch ein eher bitterer Nachgeschmack für ihn sein.« Seine Prognose für das eigene Abschneiden lag bei 5 bis 55 Prozent: »Dazwischen war meines Erachtens alles möglich«, sagte er. Er werde Sondierungsgespräche mit den Parteien führen, erklärte Konstantin Winkler und berichtete: »Bereits nach der Vorstellung im kTS ist eine große Partei auf mich zugekommen und hat Interesse an meiner Person signalisiert.« Nach seinen Angaben werden die Geesthachter auch weiterhin von ihm hören.