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20-07-10

"Wir sind dann mal weg"

 


Jan Harten und Judith Bollongino, zwei junge Büchener, die dann »erstmal weg sind«.Foto: Christina Kriegs-Schmidt

Büchen (cks) - Bereits wenige Wochen nach bestandenem Abitur stehen für die Büchener Judith Bollongino und Jan Harten die nächsten einschneidenden Lebensabschnitte bevor. Zusammen mit dem Nordelbischen Missionszentrum werden die beiden ihren neuen Lebensabschnitt im Ausland beginnen, wo sie sich auf Freiwilligenbasis in sozialen Institutionen in Entwicklungsländern engagieren werden.
»Ich gehe am 7. August für ein Jahr nach Kapstadt. Ich habe schon vor Jahren gesagt, dass ich nach Südafrika möchte. Nicht als Tourist. Ich will in die Kultur richtig eintauchen«, erklärt der 19-jährige Jan Harten, der übrigens das beste Abitur in diesem Jahr am Schwarzenbeker Gymnasium abgelegt hat. Mit dem Projekt »weltwaerts« wird Jan sich in der »New World Foundation« in den sogenannten Townships engagieren, den Vierteln, wo hauptsächlich Schwarzafrikaner leben. Jan Harten: »Ich mache dort Jugendarbeit und übernehme zum Beispiel Nachmittagsprogramme. Wenn mir vor Ort etwas einfällt, kann ich auch eigene Ideen einbringen.«
Judith, die ebenfalls eines der drei besten Abis in Schwarzenbek hinlegte, startet am 15. August im Rahmen des Projektes »Der Andere Blick« einen viermonatigen Aufenthalt in Papua-Neuguinea. In Heldsbach und Butaweng wird sich die 18-Jährige während eines Praktikums im Krankenhaus und einer Grundschule engagieren. Zudem wird Judith Frauen begleiten, um die Frauenarbeit in Papua Neu Guinea kennenzu-lernen. »Man kann sich dort einbringen. Es ist eine andere Art von Helfen. Ich war auf kein Land fixiert. Man hört immer viel von den Entwicklungsländern, aber ich möchte über den Tellerrand blicken und andere Menschen kennenlernen.« Beim Zurückkommen nach Deutschland, so sind sich die beiden einig, lernt man, dass viele Dinge nicht selbstverständlich sind.
In mehreren Seminaren haben sich Jan und Judith auf die Auslandsaufenthalte vorbereitet. HIV, Klimawandel und Armut sind nur einige Themen, die den beiden dort begegnen werden. »Im November des vergangenen Jahres hatten wir die erste Informationsveranstaltung, danach haben wir uns beworben. In mehreren Seminaren, an denen auch Rückkehrer teilgenommen haben, wurden wir auf das, was uns erwartet, vorbereitet. Wir haben dort beispielsweise Straßenraube, nachgespielt und etwas über die Sicherheit gelernt«, erklärt Judith weiter. »Die Vorbereitung ist wichtig«, ergänzt Jan, der sich mit Judith darüber einig ist, dass man einen solchen Auslandsaufenthalt nur mit erfahrenen Organisationen machen sollte.
Was genau die beiden »Aussteiger« beruflich im nächsten Jahr anfangen wollen, wissen sie noch nicht genau. Judith wird an ihre vier Monate Papua-Neuguinea noch einen Urlaub in Australien ranhängen und wird im Januar 2011 zurückkehren. »Ich tendiere zwischen einem Studium der Medizin oder Lehramt«, erklärt Judith, die in Papua-Neuguinea mit ihrer Arbeit in der Schule und im Krankenhaus ideale Voraussetzungen finden wird, sich vielleicht für einen Beruf entscheiden zu können. Jan könnte sich vorstellen, Theologie zu studieren und später in der Entwicklungshilfe tätig zu sein.



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